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Sie sind dann mal „weg“

Schönhorst Sie sind dann mal „weg“

Es ist ein ungewöhnliches Konfirmationsgeschenk mit einem Hauch von Abenteuer: Michaela Martens und ihr Sohn Thies starten am Sonnabend auf eine Pilgertour auf den Jakobsweg. Unter dem Motto „Wir sind dann mal weg“ wird der Geschenkgutschein der Konfirmation eingelöst.

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Die Pilgerstäbe sollen sie auf ihrem Weg begleiten: Michaela Martens und ihr Sohn Thies gehen auf den Jakobsweg.

Quelle: Sorka Eixmann

Schönhorst. „Die Idee war sicher etwas ungewöhnlich, aber ich wollte meinem Sohn Thies etwas mitgeben, was nicht nach einem halben Jahr schon vergessen ist wie eine Uhr“, erklärt Michaela Martens. „Ich wollte Zeit verschenken und eine gemeinsame Erfahrung. Wer kann das heute noch“, erinnert sich die 40-Jährige aus Schönhorst an den Grundgedanken. Es war ihre Idee, aber sie hat ihren Sohn gefragt, ob ihm das „Geschenk“ gefallen würde. „Ich habe gesagt, du kannst es dir eine Woche lang in Ruhe überlegen.“ So lange brauchte der 14-Jährige nicht, für ihn stand schnell fest, dass er dieses Abenteuer mit seiner Mutter in Angriff nehmen will.

 Zur Konfirmation wurde der Pilgerstab überreicht, dann begannen die Vorbereitungen auf das Abenteuer. „Wir haben natürlich auch den Film von Hape Kerkeling über seine Pilgertour gesehen und uns darüber informiert, was auf uns zukommen kann“, erzählt Michaela Martens. Dank ihres Arbeitgebers – die Firma Nordwind und Wetterfest in Flintbek – gab es keine Probleme, die richtige Ausrüstung für einen solchen Trip zu bekommen. „Wir sind bestens mit funktionaler Kleidung ausgerüstet und haben natürlich auch Schlafsäcke mit. In den Herbergen möchte man doch nicht in fremder Wäsche schlafen“, sind sich Mutter und Sohn einig. Die Wanderschuhe sind eingelaufen – „Wir haben Probetouren nach Suchsdorf und nach Neumünster gemacht“ – und bereits „präpariert. „Da in den Herbergen die Schuhe vor der Tür bleiben müssen, habe ich Öre-Stücke an die Schnürbänder gemacht, damit ich die Schuhe schnell finde“, erzählt Michaela Martens mit einem Schmunzeln. Die Pilgerpässe sind ebenfalls eingepackt, Eiweißriegel, Kamera und Glücksbringer von Freunden dürfen auch nicht fehlen.

 Auch die Route steht: „Am Sonnabend geht es mit dem Auto nach Hamburg zu Flughafen und dann per Flieger über Wien nach Madrid. Dort bekommen wir einen Leihwagen und fahren nach León, um die letzte Nacht in einem Hostel-Bett zu verbringen. Am 14. August starten wir dort die Wanderung.“ Rund 311 Kilometer wollen die beiden innerhalb von 18 Tagen absolvieren, „Das sind geschätzte 20 Kilometer am Tag, das ist machbar“, ist Martens sicher. Das Ziel ist Santiago di Compostela, von dort aus geht es am 2. September wieder per Flieger zurück. Was werden beide vermissen? „Wahrscheinlich unsere Betten“, mutmaßt Thies, aber sicher auch ein bisschen Familie und Freunde. Ehemann André lässt seine Frau gern ins Abenteuer ziehen, „ein mulmiges Gefühl habe ich nur wegen der Flughäfen.“

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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