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Böttcher-Haus streicht seine Spenden

Melsdorf Böttcher-Haus streicht seine Spenden

Der Abriss eines falsch gebauten Einfamilienhauses im Melsdorfer Neubaugebiet Köhlerkoppel belastet das Klima in der Gemeinde. Geschäftsführer Wolfgang Böttcher informierte sowohl den Sportverein als auch die Jugendfeuerwehr darüber, dass seine Firma künftig keine Spenden mehr an sie zahlen werde.

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Tabula rasa auf der Köhlerkoppel: Das illegale Rohbau ist abgerissen, jetzt soll ein neues Einfamilienhaus innerhalb der Baugrenzen errichtet werden.

Quelle: Torsten Müller

Melsdorf. Der Streit zwischen der Gemeinde und dem Melsdorfer Unternehmen bekommt damit eine neue Dimension. Auch Bürgermeisterin Anke Szodruch (CDU) erhielt inzwischen Post aus dem Hause Böttcher. Per Einschreiben wurde ihr untersagt, Grundstücke auf der Köhlerkoppel zu betreten. Für Wolfgang Böttcher ist der Abriss einzigartig in 40 Berufsjahren. Bis zuletzt hatte der 77-Jährige gehofft, dass die Gemeinde den Befreiungsantrag für das Haus, das die Baugrenzen um etwa 1,5 Meter überschritt, im Nachhinein absegnen würde. Doch damit biss er bei der Gemeinde auf Granit. Sie ließ ihm den „unglücklichen Fehler“, der beim Einmessen und Abstecken des Grundstücks passiert war, nicht durchgehen.

 Nach Schätzungen von Böttcher entstand ihm durch den Abriss ein Schaden von etwa 100000 Euro. Ob dafür eine Versicherung aufkommt, ist derzeit unklar und muss wohl zunächst juristisch geklärt werden. Als Verlierer sieht der Unternehmer aber auch die Gemeinde an. Sie werde etwa 11000 Euro weniger an Gewerbesteuer erhalten. Zudem überlege er, den Firmensitz nach Quarnbek zu verlagern. Melsdorf entgingen dadurch künftig Steuereinnahmen im sechsstelligen Bereich. Die ausfallenden Spenden an TSV und Jugendfeuerwehr beziffert Böttcher auf 10000 Euro.

 „Der Verlust eines Sponsors ist nie schön, aber wir müssen damit leben“, sagt TSV-Vorsitzender Kai-Uwe Osbahr. Es habe allerdings keinen festen jährlichen Zuschuss gegeben. Das Geld sei anlassbezogen geflossen, zum Beispiel für neue Trikots. Das bestätigt auch Claas Schmidt, Jugendwart der freiwilligen Feuerwehr: „Wenn wir Wünsche hatten, haben wir uns direkt an das Unternehmen gewandt.“ Alle zwei bis drei Jahre spendete Böttcher der jungen Wehr Beträge von 800 bis 2000 Euro. Zum Ausfall der Unterstützung sagte der Jugendwart: „Das ist schade, aber das lässt sich nicht ändern.“

 Auch die persönlichen Beziehungen leiden offenbar unter dem Streit. Seit 18 Jahren sind Wolfgang Böttcher und Anke Szodruch Nachbarn. Nun herrscht Funkstille. Böttcher will einen Zaun ziehen lassen, um die Grenze zu verdeutlichen.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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