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Polizei erbost über ignorante Autofahrer

Nach Unfall auf A 215 Polizei erbost über ignorante Autofahrer

Nach einem Unfall auf der Autobahn 215 am Mittwoch kurz vor Blumenthal in Richtung Kiel hatte es die Polizei mit rücksichtslosen Autofahrern zu tun, die die Absperrung ignorierten. Ein Tanklastzug war umgestürzt, der Fahrer wurde dabei verletzt.

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Trotz einer Sperrung der Autobahn 215 wegen eines Unfalls fuhren zahlreiche Autofahrer durch die Baken.

Quelle: Ulf Dahl

Bordesholm. Gleich nach dem Unfall am Nachmittag sperrte die Polizei die Autobahn am Bordesholmer Kreuz in Richtung Kiel komplett. Die Autobahnmeisterei hatte laut Polizei, wie in solchen Fällen üblich, den Abzweig von der A7 zur A215 mit Baken abgesperrt und entsprechende Lichtsignale und eindeutige Beschilderung aufgestellt. Parallel dazu wurden die Verkehrsteilnehmer im Radio über die aktuelle Situation informiert. Für alle am Unfallort eingesetzten Kräfte eine nahezu optimale Situation, da dort ohne jegliche Behinderung durch Dritte gearbeitet werden konnte. 

Wie ein Polizeisprecher sagte, fuhren dann gegen 17.15 Uhr (es herrschte schon Dunkelheit) für die Einsatzkräfte völlig unerwartet etwa 60 Fahrzeuge auf die Unfallstelle zu. Diese war mit einem Streifenwagen mit Blaulicht etwa 80 Meter vor dem Unfallort abgesichert. Ein äußerst mulmiges Gefühl hatte eine Beamtin des Autobahnreviers Neumünster trotzdem bei dem plötzlichen Herannahen der Fahrzeuge, so der Behördensprecher. Offensichtlich hatten sich die Verkehrsteilnehmer ohne Rücksicht auf Beschilderung und Absperrung durch die Baken geschlängelt.

An der Unfallstelle mussten die Arbeiter die Bergung unterbrechen, um die Fahrzeuge Richtung Kiel durchschleusen zu können. Auf Ansprache äußerten sich die Verkehrsteilnehmer laut Polizei, dass sie die Vollsperrung nicht als solche wahrgenommen hätten. "Vermutlich waren viele dem Herdentrieb erlegen und folgten einfach dem einen oder anderen, der dreist und bewusst die Absperrung ignorierte", sagte der Sprecher. Mitarbeiter der Autobahnmeisterei überprüften daraufhin die eingerichtete Vollsperrung konnten aber keine Mängel feststellen.

Allerdings beobachteten sie dann Fahrzeuge die sich unmittelbar vor der Schutzplanke zwischen der A 7 und der A 215 über das Dreieck ihren Weg auf die A 215 bahnten. So wurden gegen 18.15 Uhr fünf weitere Verkehrsteilnehmer mit ihren Fahrzeuge unmittelbar vor der Unfallstelle angehalten und zur Rede gestellt.

Für die Beamten war offensichtlich, dass allen ihr Fehlverhalten klar war, so dass von Vorsatz ausgegangen werden musste. Dem entsprechend wurden die Personalien aufgenommen und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die Betroffenen dürfen mit einer empfindlichen Geldbuße und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Darüber hinaus mussten sie nun bis 22.15 Uhr an der Unfallstelle ausharren, da eine nochmalige Unterbrechung der Bergungsarbeiten nicht möglich war. "Wir rügen dieses rücksichtslose und ignorante Verhalten ausdrücklich und weisen darauf hin, dass sich dadurch durchaus gefährliche Situationen an einer solchen Unfallstelle ergeben können", so der Polizeisprecher.

Der 49-jährige Fahrer konnte die Klinik bereits am Abend wieder verlassen. Es dürfte ein Gesamtschaden von etwa 250.000 Euro entstanden sein.

Von KN

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