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Neue Ideen für den Bahnhof

Flintbek Neue Ideen für den Bahnhof

Die Lage ist ideal, in gerade einmal sieben Minuten schafft es ein Bahnfahrer aus Flintbek die Landeshauptstadt Kiel zu erreichen. Dennoch hat der Flintbeker Bahnhof keinen guten Ruf – dagegen will die Gemeinde etwas unternehmen.

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Die Verbindung nach Kiel ist optimal, nur der Zustand des Bahnhofs lässt zu wünschen übrig.

Quelle: Sorka Eixmann

Flintbek. Der Flintbeker Bahnhof war jüngst Thema, denn er hat keinen guten Ruf – dagegen wollen die Gemeinde und Nah.SH etwas unternehmen. In der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Wegeausschusses stellte Jochen Schulz, zuständig für den Bereich Infrastruktur bei Nah.SH, diverse Pläne vor.

 Kirsten Rogge und Maria Eggers sitzen schwer bepackt auf einer der Bänke, die mit einem Dach geschützt am Bahngleis installiert sind. Scheiben sind schon lange keine mehr in dem Unterstand, immer wieder fallen sie dem Vandalismus zum Opfer. Auch die Infotafel am anderen Ende vom Bahnsteig ist kaputt, Scherben liegen vor dem Kasten, einige der Informationszettel hängen zwischen den restlichen Scherben. Was die fehlenden Scheiben im Unterstand angeht, hat Rogge eine Vermutung: „Vielleicht ist Glas auch das falsche Material“, mutmaßt Kirsten Rogge. „Wenn man etwas kaputtmachen will, ist alles das falsche Material“, fügt Maria Eggers hinzu. Die beiden nutzen die Bahn eigentlich gern: „Für 3,10 Euro ist man in sieben Minuten in Kiel, das ist kaum zu schlagen. Wenn man dann noch die Preise fürs Parken in der Innenstadt berechnet“, sagt Rogge. Allerdings sei die Bahn in Richtung Kiel nicht immer pünktlich, aber: „In die andere Richtung nach Neumünster klappt es immer gut“, betont sie.

 Mit wenigen Sätzen haben die beiden Bahnfahrerinnen die Probleme des Flintbeker Bahnhofs zusammengefasst, sie gehören zu den rund 850 Ein- und Aussteigern, die der Bahnhof in Flintbek täglich sieht. Und das sind potenzielle Kunden, für die Nah.SH – „Wir organisieren den Nahverkehr auf den Schienen“ – bessere Bedingungen schaffen möchte. Das versprach zumindest Mitarbeiter Jochen Schulz. Einer der größten Mängel seien die Wagen selbst. „Wir wollten längst umstellen, aber die Industrie hat nicht rechtzeitig geliefert“, erklärte Schulz. Die Frage nach dem Wann konnte er den Kommunalpolitikern allerdings beantworten: „2017 wird umgestellt“, versprach er. „Die Bahn muss im Übrigen dafür Strafe zahlen, wenn die Industrie nicht rechtzeitig liefert“, wusste Schulz ebenfalls.

 Doch nicht nur mit neuen Waggons will Nah.SH überzeugen. Es soll ein attraktiver Umsteigepunkt geschaffen werden, dazu gehört eine Fahrradabstellanlage und die Aufwertung der P+R-Anlage. Ein wichtiger Hinweis für die Kommunalpolitiker: „Wir stehen parat mit den Fördermitteln.“ Denn im Zuge der Ortskernplanung mit Mitteln aus der Städtebauförderung kann die geplante Verlegung des Famila-Marktes Potenziale im Bereich des Bahnhofs freisetzen. „Von der Ertüchtigung des Bahnsteigs über den Bau einer Wartehalle bis hin zur Taktung Bus-Bahn ist alles möglich“, erklärte Schulz.

 Am Ende hat Nah.Sh ein weiteres Ziel: „Wir wollen den Bahnfahrern ermöglichen, ohne Umsteigen Hamburg zu erreichen. Dazu sollen die Züge in Neumünster zusammengekoppelt werden“, erklärte Schulz. Den Kommunalpolitikern gefielen die vorgestellten Ideen, dennoch blieb Kritik. Michael Hiob (UWF): „Ich will nicht noch einmal zehn Jahre warten müssen, bis es besser wird. Der Anblick am Bahnhof wird Flintbek nicht gerecht“, kritisierte er und erntete zustimmendes Nicken aus dem Gremium. Daran will Flintbek arbeiten, die Planungen für die Städtebauförderung passen dabei gut in das Konzept.

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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