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Neubaugebiet beschlossene Sache

Bordesholm Neubaugebiet beschlossene Sache

Die Vorentscheidung ist gefallen – der 7,4 Hektar große Veranstaltungsplatz wird das Neubaugebiet in Bordesholm. Sollte die Gemeindevertretung am 11. Oktober zustimmen, könnten 2018 die ersten Häuser stehen. Die auf dem Gelände beheimateten Kammmolche werden umgesiedelt.

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Der Veranstaltungsplatz an der L 318 in Richtung Kiel, der östlich fast an den Sportplatz des TSV Bordesholm und südlich an die Arthur-Zabel-Straße grenzt, soll Bauland werden. Das rot umrandete Gebiet plus die Grünfläche an der Straße ist der Geltungsbereich. Wo Grundstücke und wo Ausgleichsflächen sein werden, ist offen.

Quelle: Amt Bordesholm

Bordesholm. Die Abstimmungsergebnisse spiegeln die unterschiedlichen Auffassungen bei der emotionalen Debatte wider: Bei sechs Ja- und drei Neinstimmen wurde das Vorhaben im Bauausschuss befürwortet, im Umweltausschuss gab es fünf Ja-, zwei Neinstimmen und zwei Enthaltungen. Dr. Jörg Niedersberg (CDU) betonte, dass das vorliegende Artenschutzgutachten „äußerst positiv“ zu bewerten sei. Die Gemeinde dürfe bauen und werde das behutsam angehen. Zur Hälfte gehört das Gelände der Kommune, die andere Hälfte ist in Privatbesitz. SPD-Fraktionschef Ronald Büssow betonte, dass sich seine Partei schwer getan und erst im Frühjahr die Zustimmung gegeben habe. „Wirtschaftliche Gründe sprechen für die Bebauung. Das Gelände ist zurzeit eine teure Hundeauslauffläche.“ Auch Helmut Berger (FDP) befürwortete einen „nachhaltigen Plan für die Zukunft“.

 Die Umbettung des streng geschützten Kammmolchs sei möglich, bestätigte der Gutachter Hartmut Rudolphi. Unklar ist, wie groß die Population am ehemaligen, mittlerweile ausgetrockneten Wassergraben der Pferdesportler ist und wie teuer das Ganze wird. Nach den Worten von Rudolphi muss an anderer Stelle ein Tümpel mit einer Rückzugsmöglichkeit für die Wasserdrachen im Winter gebaut werden. Danach können die bis zu 18 Zentimeter langen Amphibien per Hand eingefangen werden. Amtsdirektor Heinrich Lembrecht glaubt aber nicht, dass so horrende Kosten wie beim Gewerbegebiet in Melsdorf von 90000 Euro entstehen.

 Die Grünen kritisierten scharf, dass ein Naturschätzchen für die Naherholung zerstört werden soll. Niedersberg entgegnete, dass er die Wertigkeit eher untergeordnet einschätze. Die Biotope wie Hänge und Molche, so machte auch Bärbel Volkers (SPD) deutlich, sollen im Plan durch Schutzzonen und Umsiedlung berücksichtigt werden. Scharf monierten die Grünen auch, dass die Insektenpopulationen nicht im Artenschutzgutachten berücksichtigt worden waren. „Wir wissen, dass es dort seltene Schmetterlinge gibt“, so Steffen. Die würden die Aussage des Gutachtens aber nicht beeinträchtigen, so Rudolphi.

 Wie viel des Areals bebaut wird, steht nicht fest. Amtsdirektor Heinrich Lembrecht betonte, dass darüber jetzt mit den Fraktionen gesprochen werde. Man plane ein behutsames Maß. Scharfe Kritik musste Grünen-Vertreterin Ursula Schulz-Ehlbek für ihre Äußerung, 90 Grundstücke seien keine nachhaltige Planung und unsozial, einstecken. „Von dieser Zahl weiß ich nichts, die stimmt überhaupt nicht“, so der Ausschussvorsitzende Niedersberg. Nach Angaben des Amts sei bei Vorüberlegungen mal das maximale Maß mit 60 bis 90 eingeschätzt worden.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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