27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Neue Bahnlinie lässt noch Wünsche offen

Achterwehr Neue Bahnlinie lässt noch Wünsche offen

Die Begeisterung war zum Jahresbeginn groß. Nach mehr als 30 Jahren gingen an der Bahnstrecke Kiel-Rendsburg fünf Stationen wieder ans Netz: Kiel-Russee, Melsdorf, Achterwehr, Bredenbek und Schülldorf. Nach einem halben Jahr zieht Nah.sh, der Verkehrsverbund des Landes und der Kreise, eine verhalten positive Bilanz. „Wir sind zwar bei den Fahrgastzahlen noch nicht da, wo wir hinwollen, aber die Entwicklung ist schon überraschend gut“, sagt Dennis Fiedel, Leiter Kommunikation. Auch aus Sicht der Nutzer bleiben im Alltag auf der Schiene noch einige Wünsche offen.

Voriger Artikel
Zweimal Spitze bei Energieolympiade
Nächster Artikel
50 Anker für sicheren Halt

Der Bau des Kreuzungsbahnhofs in Felde war Voraussetzung für die Wiedereröffnung stillgelegter Haltepunkte.

Quelle: Torsten Müller

Achterwehr. Grundlage der vorläufigen Beurteilung sind sowohl die Entwicklung der Nutzerzahlen im ersten Quartal 2015 als auch eine Fahrgastbefragung im April. Ein vollständiger Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum ist noch nicht möglich. „Pro Station und Tag verzeichnen wir etwa 100 Ein- und Aussteiger“, sagt Fiedel. Bei den näher an Kiel gelegenen Bahnhöfen sind es deutlich mehr, bei den anderen weniger. Auf der gesamten Strecke waren im ersten Quartal täglich 940 Menschen unterwegs. Das entspricht einer Gesamtzunahme gegenüber 2014 von neun Prozent. Die Hoffnungen der Verkehrsplaner sind aber höher gesteckt: Sie wünschen sich 120 bis 140 Ein- und Aussteiger pro Station.

 „Neue Angebote brauchen Zeit. Bei Nahverkehrsprojekten kann man erst nach zwei bis drei Jahren sagen, ob sie wirklich funktionieren“, ist Fiedel überzeugt. Die neue Regionalbahnlinie 75 ergänzt die Fahrten des schnelleren Regionalexpress; sie hält stündlich an allen Stationen. In den ersten Monaten hatte das Schienenangebot allerdings auch mit erheblichen Einschränkungen zu kämpfen: Wegen Verspätungen mussten viele Züge ersatzlos gestrichen werden; beim Lokführerstreik fuhren sie tageweise gar nicht. Zudem gab es Pannen an den Bahnhaltepunkten: In Bredenbek fehlte zunächst die Fußgängertreppe, in Melsdorf leuchten noch immer keine Lampen am Kombibahnsteig, an mehreren Haltepunkten waren die Fahrradbügel zu tief eingesetzt. „Die großen Probleme des Anfangs sind weg, die Pünktlichkeit hat sich normalisiert“, sagt Fiedel.

 Bei der Befragung beklagten sich Fahrgäste vor allem über die oft mangelhafte Busanbindung. Die Gemeinde Melsdorf hat zwar für viel Geld eine Haltestelle geschaffen – Busse fahren dort aber noch nicht hin. Bredenbek erhält erst nach der Sommerpause eine Busanbindung. In Achterwehr fehlen Park&Ride-Plätze; in Schülldorf sind sie zu weit weg. Kritik gibt es auch wegen der Ausdünnung des Fahrplans am Sonntag. „Der Stundentakt kostet im Jahr schnell ein paar 100000 Euro mehr“, gibt Fiedel zu bedenken. Noch habe der Bund die Forderung der Länder nach höheren Regionalisierungsmitteln für den Nahverkehr nicht nachgegeben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3