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Neue Ideen für Brügger Markt gesucht

Eigentumswohnungen fanden zu wenig Interessenten Neue Ideen für Brügger Markt gesucht

Aus dem Schornstein wächst bereits ein Baum, der idyllisch gelegene Biergarten hinter dem Gebäude wuchert mehr und mehr zu. Ein Plastikstuhl hängt über einem Holzbalken: Der Abriss der Traditionsgaststätte Brügger Markt und der im Dorf nicht unumstrittene Neubau von bis zu zehn Eigentumswohnungen ist vorerst vom Tisch.

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Seit 2011 steht der reetgedeckte Landgasthof Brügger Markt leer. Hier der Blick aus dem ehemaligen Biergarten auf den rückwärtigen Gebäudeteil. Ein Projekt mit bis zu zehn Eigentumswohnungen ist geplatzt.

Quelle: FRANK SCHEER

Brügge. Die Firma Ostsee Immobilien aus Heikendorf hat das Projekt am Marktplatz gegenüber der St. Johanniskirche erstmal begraben. „Wir versuchen aber gerade, eine andere Idee für das herausragende Areal zu entwickeln. Mehr kann ich noch nicht sagen“, berichtete deren Projektplaner Jörn Panthel. Die Vermarktung der geplanten Wohnungen mit einem Quadratmeterpreis von 2500 bis 2700 Euro verlief nicht so, wie es sich Ostsee Immobilien vorgestellt hatte. Als „schleppend“ kennzeichnete Panthal die Nachfrage. „Es gab nicht die Resonanz, die die herausragende Lage verdient gehabt hätte.“ Man habe entschieden, das Projekt nicht in Eigenregie durchzuziehen. „Wir haben die Gemeinde per Brief darüber informiert.“ Zu der jetzt neu verfolgten Idee könne er nichts sagen. Selbst werde man nicht tätig werden, man versuche, einen Partner aus dem Netzwerk dafür zu gewinnen, so Panthels Worte

 Als Grund für das eher geringe Interesse nannte der Projektentwickler die Konkurrenz durch das Projekt der Baufirma Karstens, die bis 2019 hinter dem Rathaus in Bordesholm 76 Eigentumswohnungen bauen will. „Die fußläufige Verbindung zu einem Zentrum ist ein großer Vorteil. Selbst zwei Elektroautos, die zum Gebäude gehören sollten, zogen nicht.“ Zudem habe es eine Menge Störfeuer von Einwohnern selbst gegeben. Insbesondere die Höhe von 13,50 Meter – unwesentlich höher als die der Gaststätte – war einigen Bürgern ein Dorn im Auge.

 Bürgermeister Werner Kärgel bedauerte im KN-Gespräch, dass das Projekt nicht umgesetzt wird. „Am Marktplatz muss etwas passieren. Die Bausubstanz wird nicht besser.“ Zum von Panthel angeführten Störfeuer aus der Öffentlichkeit betonte er: „Das muss eine Firma aushalten. Man muss sich den neuen Herausforderungen stellen.“ Das Thema Brügger Markt werde in den nächsten Sitzungen der Gemeinde wieder thematisiert werden. Davon, dass die Kommune die Gaststätte kaufen wird, geht er wegen der schwachen Finanzlage nicht aus. „Man muss sich aber schon die Frage stellen, wie wichtig könnte der zentrale Platz für den Ort mal sein.“ Er könnte sich unter anderem ein Betreutes Wohnen vorstellen. „Vielleicht kommen jetzt auch andere private Investoren zum Vorschein.“

 Geselligkeit wurde in Brügge schon immer groß geschrieben: Vor 1900 gab es bis zu sechs Gaststätten. Mit „Zur Linde“ (heute Stoltenbergs Gasthof), „Zur Erholung“ (später der 1999 abgerissene Gasthof „Hans im Glück“) und „Zur Doppeleiche“ (später „Brügger Markt“) prägten drei gastronomische Betriebe das Leben am Marktplatz. Im Frühsommer 2014 hatten die Ostsee Immobilien ihre Ideen für den Brügger Markt, der im Juni 2011 von seinem Eigentümer Peter Rosenkranz geschlossen wurde, vorgestellt. Im Sommer 2014 wurde das Millionenprojekt von Geschäftsführer Peter Stübinger bei einer Einwohnerversammlung öffentlich präsentiert. Eigentlich sollte die Gaststätte, die seit 1766 genau an dieser Stelle beheimatet war, bereits abgerissen sein und die zehn Wohnungen in einem dreistöckigen Gebäude mit Ausbaureserve im Frühjahr 2016 bezogen werden.

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