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Interesse an Feierstunden schwindet

Flintbek Interesse an Feierstunden schwindet

Offenbar möchten die Flintbeker nicht mehr so gerne an öffentlichen Feierstunden der Gemeinde oder an politischen Sitzungen wie den Gemeindevertretungen teilnehmen. Das stört den Bürgervorsteher Eberhard Pieczonka und seinen Amtsvorgänger Heinz Kühl. Die beiden Männer wollen die Bürger wieder mehr begeistern.

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Öffentliche Veranstaltungen müssen anders aufgezogen werden, um die Bürger zu erreichen: Darin sind sich Bürgervorsteher Eberhard Pieczonka (SPD, rechts) und sein Amtsvorgänger Heinz Kühl (CDU) parteiübergreifend einig.

Quelle: Beate König

Flintbek. Die Resonanz auf öffentliche Feierstunden wie dem Dreikönigssingen oder dem Volkstrauertag nimmt bei Bürgern seit Jahren ebenso ab wie das Interesse an den Gemeindevertretersitzungen, stellten Flintbeks Bürgervorsteher Eberhard Pieczonka (SPD) und sein Vorgänger Heinz Kühl (CDU) fest. Höchste Zeit, um neue Konzepte zu entwickeln, die Bürger zu erreichen, waren sich beide einig.

 Die Feierkultur einfach einschlafen lassen, ist für beide Parteivertreter keine Option. Ein Patentrezept jedoch hat keiner parat, wie das Feier-Modell, das jetzt komplett am Bürger vorbei zu laufen scheint, handfest verändert werden kann.

 Eines der großen Anliegen von Pieczonka ist, den Volkstrauertag in den Köpfen der Bürger als Anlass wach zu halten, um aller Opfer von Gewalt und Krieg zu gedenken, nicht nur der Gefallenen der beiden Weltkriege.

 „Krieg ist ein aktuelles Thema, das immer wieder zu Auseinandersetzung auffordert“, sagten Pieczonka und Kühl. Dass in Flintbek Kriegsflüchtlinge leben, zeige täglich, was Krieg bedeute. „Darüber muss gesprochen werden.“

 Zurück zu Bewährtem, das in Vergessenheit geriet, ist ein Weg, den der Bürgervorsteher 2016 frühzeitig beschreiten will. Jüngere sollen in die Feier mit eingebunden werden. In der Vergangenheit gestalteten Konfirmanden den Gottesdienst vor der Kranzniederlegung mit. Pieczonka will anregen, dass Jugendliche eine Ausstellung zum Thema Krieg konzipieren und nach der Feierstunde vorstellen. Auch ein Schulprojekt zum Thema Krieg könne angeschoben werden, so Pieczonka, der die Planung selbst in die Hand nehmen will. „Wir müssen wie in den Vorjahren mehr Werbung für die Veranstaltungen machen“, sagte Heinz Kühl.

 Achim Lorenzen (Bündnis 90/Die Grünen) differenzierte: Die Idee, sich mit dem globalen Thema Krieg auseinander zu setzen, sei gut, der Tag jedoch dafür ungeeignet. „Der Volkstrauertag hat eine lange Geschichte. Die Nazis feierten ihn als Heldengedenktag. Neonazis lassen die Tradition wieder aufleben.“ Um Kriegsopfern zu gedenken, brauche es keinen öffentlichen Rahmen, sagt Lorenzen. Menschen sollten nicht dazu vergattert werden, ihre Betroffenheit öffentlich zu zeigen. „Das kann auch jeder für sich abmachen.“

 An mangelnder Werbung habe die geringe Beteiligung nicht gelegen, meinte Helmut Groß (UWF). „Der Bürgermeister hat auf jeder Sitzung darauf hingewiesen.“ Der Erhalt des alten Brauchtums sei notwendig, das Gedenken an Tote umzuwandeln in die Auseinandersetzung mit Aktuellem Weltgeschehen sinnvoll.

 Anlass für die Auseinandersetzung der ehrenamtlichen Politiker mit der Feierkultur war das Dreikönigssingen in der Seniorenwohnanlage Mühlenhof. 13 der 20 Gäste waren Bewohner, dazu kamen Vertreter von Seniorenbeirat, Parteien und Bürgermeister Olaf Plambeck – weitere Gäste trotz der öffentlichen Ankündigung komplette Fehlanzeige.

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