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Neue Masche: Anruf der Polizei vorgetäuscht

Trickbetrug Neue Masche: Anruf der Polizei vorgetäuscht

Mit fingierten Anrufen setzen Trickbetrücker derzeit ältere Menschen unter Druck: Mafiaangehörige würden angeblich die Konto- und Depotdaten der Angerufen besitzen. Wer sein Geld schützen möchte, soll es abheben und einem Polizisten übergeben. Eine Rendsburgerin fiel fast herein. Nun warnt die Polizei.

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Die Polizei warnt vor einer neuen Masche: Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus.

Quelle: Imke Schröder

Rendsburg. Mit einem hinterhältigen Telefontrick hat ein Unbekannter versucht, eine 70 Jahre alte Frau aus einem Rendsburger Vorort um ihre Ersparnisse zu bringen. Der Täter hat sich nach Angaben der Polizei als „Herr Schneider vom Bundeskriminalamt“ ausgegeben und wochenlang bei der Frau angerufen, um sich ihr Vertrauen zu erschleichen. Ihr Geld sei bei der Bank nicht mehr sicher, sie solle es nach Hause holen und von ihm, dem „Herrn Schneider“,  sicherstellen lassen. Zur fingierten Übergabe sei es nicht gekommen, der Täter sei offenbar im letzten Moment misstrauisch geworden.

Täter manipulieren Telefonnummern

Die Masche laufe bundesweit, sagt die Polizei. Die Täter seien auch in der Lage, bekannte Rufnummern von der Hausbank oder der Polizeidienststelle im Ort aufs Telefondisplay ihres Opfers zu spielen. Sie verschickten sogar die Notrufnummer 110, sagte am Freitag Rainer Wetzel, Sprecher der Polizeidirektion Neumünster. Nicht immer behalten die Opfer so wie die 70-Jährige ihr Geld. Nach Informationen dieser Zeitung hatten Täter mit dem Trick bereits in Kiel und Lübeck Erfolg.

„Die Täter erschleichen sich nach und nach das Vertrauen der Angerufenen“, sagte Wetzel. Sie gäben sich als BKA- oder Interpol-Beamte aus und erzählten, dass bei festgenommenen Mafiamitgliedern die Kontodaten gefunden worden seien. Auch Angestellten der Bank sei nicht mehr zu trauen, weil sie in die kriminellen Machenschaften verwickelt seien. Sie empfehlen ihren Opfern, die Ersparnisse abzuholen, bei der Bank zum Schein ein Schließfach für die gebündelten Scheine zu mieten, das Geld aber tatsächlich nach Hause zu holen. Denn womöglich hätten die kriminellen Bankmitarbeiter einen Zweitschlüssel für das Depot. Ähnlich sei es auch im Fall der 70-Jährigen gewesen. „Ihr ist das inzwischen ein Stück weit unangenehm“, sagte Wetzel. Sie frage sich, warum sie dem Anrufer verraten hat, „dass sie so viel Geld hat“. Es sei bei dem Betrugsversuch um einen „sechsstelligen Betrag“ gegangen.

"Herr Schneider vom Bundeskriminalamt"

Erstmals habe „Herr Schneider vom Bundeskriminalamt“ Anfang Mai bei der 70 Jahre alten Rentnerin angerufen, das letzte Mal vor wenigen Tagen, sagte Wetzel. Teils mehrfach am Tag habe der Betrüger bei seinem Opfer angeklingelt. Aber auch die Polizei sei aufmerksam geworden auf den versuchten Betrug. Es habe einen Hinweis gegeben. „Und wir haben eng mit der Bank zusammengearbeitet. Die Bank hatte sehr viel Verständnis.“ Wetzel: „Es ging darum, die Geldübergabe zu verhindern.“

Die Frau habe bei der Bank ein Schließfach gemietet. Der Täter habe ihr geraten, zum Schein das abgehobene Geld dort zu deponieren, es aber tatsächlich mit nach Hause zu nehmen, um es ihm zu übergeben. Die Frau sei mit von der Bank gefüllten Geldumschlägen nach Hause gegangen. Der Täter sei aber nicht zur Übergabe erschienen.

Bitte der Polizei

Betroffene sollen schon beim kleinsten Verdacht die Polizei über 110 informieren. Sollten sie schon geschädigt worden sein, sollten sie sich unbedingt mit ihrer zuständigen Polizeidienstelle in Verbindung setzen. Auch Banken und Sparkassen könnten mithelfen, solche Taten zu verhindern.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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