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Ausbau der Stromnetze nimmt Form an

Mitteltrasse Ausbau der Stromnetze nimmt Form an

Der Ausbau der Stromnetze in Schleswig-Holstein nimmt Gestalt an. Am Montag wurde in Bargstedt bei Nortorf der erste Mast der sogenannten Mittelachse offiziell eingeweiht. Umweltminister Robert Habeck (Grüne) und der Deutschland-Chef des Netzbetreibers Tennet gaben damit offiziell den Startschuss für den Ausbau dieser Stromleitung.

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Urban Keussen, Geschäftsführer Tennet (li.)) und Energiewendeminister Robert Habeck weihten gestern Nachmittag in Bargstedt den ersten Mast der Mittelachse offiziell ein.

Quelle: Jörn Genoux

Bargstedt. „Wir treten damit nach zweieinhalb Jahren intensiver Planung in die Realisierungsphase ein“, sagte Habeck. Er sprach von einem Erfolg für die Energiewende und für die Demokratie, weil das Projekt einer neuen Höchstpannungstrasse unterm Strich durch einen „relativ breiten Konsens“ von der Bevölkerung mitgetragen werde. Das unterstrichen auch die anderen Redner. Urban Keussen, aufgewachsen in Preetz und Physikstudium in Kiel absolviert, sieht Schleswig-Holstein daher weiter als Vorreiter auf dem Feld der erneuerbaren Energien. Im nördlichsten Bundesland werde im Gegensatz zu anderen Bundesländern bei solchen Projekten nie über das „Ob“, sondern nur über das „Wie“ gesprochen. Und Kreispräsident Lutz Clefsen unterstrich, dass der Kreis Rendsburg-Eckernförde die Planungen „ohne Widerspruch und im Einklang mit den Einwohnern“ abschließen konnte.

Die neue 380-Kilovolt-Trasse wird eine 220-kV-Leitung ersetzen. Sie beginnt etwas nördlich von Bargstedt beim Umspannwerk Audorf (bei Rendsburg) und führt dann über 70 Kilometer in den Norden Hamburgs. In Bargstedt ist als erstes der Mast mit der Nummer 38 von insgesamt 183 Masten errichtet worden. Der Verlauf der neuen Trasse folgt weitgehend der alten 220-kV-Leitung, weicht an manchen Orten aber auch davon ab. So wurde laut Tennet der Streckenverlauf „optimiert“. An vielen Stellen sei die Mittelachse nun an die Autobahn 7 herangerückt worden: „Und die alte Trasse, die zurzeit noch Wohngebiete in Henstedt-Ulzburg und Kisdorf überspannt, kann zurückgebaut werden.“

Über die Leitung kann künftig die Leistung von rund 1000 Windkraftanlagen der Drei-Megawatt-Klasse unter Volllast übertragen werden. Damit kann achtmal mehr Energie als bisher auf diesem Weg transportiert werden. Für den ebenfalls rund 70 Kilometer langen Abschnitt Richtung Flensburg laufen noch die Planungen. Der Netzbetreiber Tennet beschäftigt sich derzeit mit den im Zuge des Planverfahrens eingegangenen Einwendungen und Erwiderungen, die bei der Planungsbehörde eingegangen sind. Von Flensburg wird die Leitung dann über acht Kilometer weiter Richtung Norden gebaut und ans dänische Stromnetz angeschlossen. Hier befindet sich Tennet in der Vorplanung.

Keussen und Habeck reisten nach der Einweihung des ersten Mittelachsen-Mastes weiter nach Eutin. Dort wurden am Montagabend in einer sogenannten Dialogkonferenz mögliche Streckenvarianten für die Ostküstentrasse präsentiert und diskutiert. Die soll von Göhl (bei Oldenburg) nach Lübeck und dann durch den Kreis Segeberg nach Hamburg führen. Rund 100 Bürger, Verbände und Gemeinden haben sich an dem Verfahren beteiligt und ihre Anregungen eingebracht. Der Bau ist ab Mitte 2018 geplant, in Betrieb gehen soll diese Leitung 2020. Habeck setzt sich dafür ein, dass Teile per Erdkabel verlegt werden; dazu müsste der Bundestag jedoch ein Gesetz ändern. Denn derzeit ist das Verlegen von Höchstspannungskabeln in der Erde nicht zugelassen, Ausnahmen gelten jedoch für Pilotprojekte.

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