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Der Hexenverbrennung auf der Spur

Neuer Bordesholm-Roman Der Hexenverbrennung auf der Spur

Ein Jahr lang hat die Schriftstellerin Antje Erdmann-Degenhardt in Archiven und Aufzeichnungen geforscht. Die Ergebnisse über sechs Hexenverbrennungen zwischen 1617 und 1641 im Raum Bordesholm hat sie in ihrem neuen Roman „Das Geheimnis der Klostergruft“ verarbeitet.

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Antje Erdmann-Degenhardt konfrontierte die Zuhörer in der Ahlmannschen Buchhandlung in Bordesholm mit dem düsteren Kapitel der Hexenverbrennungen in Bordesholm.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Ein Pferdekarren rumpelt die Anhöhe am Bordesholmer See hinauf, oben schichten Kirchenmänner trockenes Holz zu einer Pyramide. Dutzende Einwohner starren auf die schreiende Frau, die zum Scheiterhaufen gezerrt wird. „Wo genau die Hexenverbrennungen angesetzt wurden, wissen wir nicht, auch der Standort der Folterverliese ist unbekannt“, berichtete Antje Erdmann-Degenhardt bei der Vorstellung ihres neuen Bordesholm-Romans.

 Anke Lange, Anneke Blumke, Wiebke Trier, Anneke Riekers, Anneke Heesch, und Anne Ratke: Sechs Frauen aus Buchwald und Bordesholm wurden zwischen 1617 und 1641 der Zauberei bezichtigt, gefoltert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Protokolle der Folterverhöre hatte die Autorin im Landesarchiv in Schleswig eingesehen und in ihren historischen Roman "Das Geheimnis der Klostergruft" eingearbeitet. „Mir war wichtig, die Frauen, denen so grauenhaft mitgespielt wurde, zu benennen“, erklärte die pensionierte Neumünsteraner Amtsrichterin vor knapp 30 Zuhörern in der Ahlmannschen Buchhandlung.

 Ein Jahr hatte die 71-jährige Autorin für ihre Geschichte um den tot im Bordesholmer See treibenden Küster der Klosterkirche nachgeforscht. Das Thema Hexenverbrennungen ließ die Juristin nicht mehr los, seit sie von der vor Jahren von dem verstorbenen Heimatforscher Volker Weber geplanten Hexen-Ausstellung hörte. Von der Witwe des Wattenbekers erhielt Antje Erdmann-Degenhardt die Forschungsnotizen Webers.

 Bei ihren Recherchen entdeckte sie aber nicht nur düstere Kapitel der Ortshistorie. So fand die Autorin heraus, dass Bordesholm zwischen 1800 und 1850 ein Treffpunkt von Künstlern war. Aus Metropolen wie Kopenhagen und Frankfurt reisten Maler und Schriftsteller an, darunter auch Theodor Fontane. ti

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