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Transformator verteilt Windstrom

Nortorf Transformator verteilt Windstrom

Im Umspannwerk in Nortorf tauscht die Schleswig-Holstein Netz AG einen Großtransformator aus. Der neue, 63 Tonnen schwere und rund 500000 Euro teure Koloss steht seit Dienstagmorgen an seinem Platz. Er soll den Strom aus Wind- und Solaranlagen ins Netz einspeisen.

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Der neue Transformator im Umspannwerk Nortorf ersetzt mit 40 Megavoltampere seinen Vorgänger, der es auf 25 Megavoltampere bringt. Der große Klotz wurde ohne Kran über Schienen seitlich auf das Podest in dem Werk an der Industriestraße geschoben.

Quelle: Sven Detlefsen

Nortorf/Felde. Der kleinere Vorgänger zieht nach Felde um. Dort wird das Umspannwerk sogar für 1,1 Millionen Euro ausgebaut und erhält erst jetzt einen zweiten Transformator. Auch dort soll die Kapazitäten für die Aufnahme von regenerativ erzeugtem Strom aus Windkraft-, Biogas- und Solaranlagen deutlich erhöht werden.

 28 Meter lang ist der Spezialtransporter, der den Großtransformator auf das Gelände des Umspannwerks an der Industriestraße in Nortorf bugsiert. 800 Kilometer weit war die Anreise vom Hersteller SGB Starkstrom-Gerätebau aus Regensburg. Die Männer von der Spezialspedition aus Neu-Ulm sind gelassen. Solche Lasten sind für den Tieflader, der bis zu 200 Tonnen transportieren kann, Routine. Der 7,2 Meter lange und 3,2 Meter breite Klotz braucht nicht einmal einen Kran. Der Sattelauflieger bringt sich selbst auf die richtige Höhe, der Trafo rollt dann auf Schienen in die Position auf dem Fundament im Umspannwerk.

 Bis Freitag dauert die weitere Montage von Ölgefäßen für die Kühlung sowie die Anschlüsse und die Steuerungstechnik. In dem Werk gibt es einen zweiten Trafo mit 25 Megavoltampere Leistung, der derzeit die Versorgung für die Stadt Nortorf und das Umland sicherstellt – „auf einem Bein“. Ohne Panne dürften die Haushalte in der Region nichts von der Umstellung merken, erklärt Jens Peter Solterbeck, technischer Leiter der SH Netz für den Kreis Rendsburg-Eckernförde.

 Der neue Großtransformator in Nortorf hat eine Leistung von 40 Megavoltampere. Damit könne er so viel Windstrom in das überörtliche Hochspannungsnetz einspeisen, dass damit 40000 Haushalte versorgt werden könnten. Im Umspannwerk an der Industriestraße fließt der Strom aus den Windparks in Schülp und Bokel, die maximal zwölf und 15 Megawatt erzeugen. Hinzu kommt der eingespeiste Strom aus Biogasanlagen und aus Solarmodulen. Der gesamte regenerativ erzeugte Strom fließt auch ins örtliche Netz, allerdings benötigt die Stadt Nortorf gerade einmal drei Megawatt. Wenn sich die großen Windräder drehen, wird das Amtsgebiet schnell zum Stromexporteur.

 Der 25-Megavoltampere-Trafo aus Nortorf zieht nach Felde um. Dort soll er die Einspeisekapazität für Strom aus regenerativen Quellen auf den Bedarf für 12000 Haushalt erhöhen. In beiden Umspannwerken wird der Strom von 20000-Volt-Mittelspannung auf 110000-Volt-Hochspannung umgewandelt und damit für den Abtransport über Fernleitungen passend gemacht.

 Ziel ist die gerade im Bau befindliche Mitteltrasse, die von Schacht-Audorf bis Norderstedt als 380-Kilovolt-Hochspannungsleitung 3000 Megawatt Windstrom aus dem Norden in Richtung Süden transportieren soll. Die Masten, insgesamt 183 auf der gesamten Trasse, werden derzeit auch in Bokel, Brammer, Gnutz und Aukrug errichtet. Meist steht die Trasse in Sichtweite zur älteren 220-Kilovolt-Hochspannungsleitung, die aber nach der Inbetriebnahme der neuen Mitteltrasse zurückgebaut werden soll.

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Ein Artikel von
Sven Detlefsen
Ressortleiter Holsteiner Zeitung

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