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„Noch brauchen wir keine Notquartiere“

Bordesholm „Noch brauchen wir keine Notquartiere“

Auch für das Amt Bordesholm wird es zunehmend schwieriger, der stetig steigenden Zahl von Flüchtlingen Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. „Bis Dezember ist noch Luft“, betonte Amtsdirektor Heinrich Lembrecht im Hauptausschuss am Dienstagabend.

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Ein privater Investor lässt den ehemaligen Edeka-Markt an der Bahnhofstraße in Bordesholm abreißen und baut dort drei Mehrfamilienhäuser. Das Amt ist im Gespräch mit ihm über eine Vermietung an Flüchtlinge.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Das Gremium gab zwar grünes Licht dafür, an vier bis fünf Standorten in den 13 Orten Mietshäuser für vier bis zwölf Parteien selbst zu bauen oder durch Privatinvestoren realisieren zu lassen und dann anzumieten. Aber die Objekte dürften erste Mitte bis Ende 2016 bezugsfertig sein. „Plan B ist, bei einer gleichbleibenden Dynamik der Zuwanderung öffentliche Gebäude zur Unterbringung herzurichten. Ich hoffe aber, dass wir keine Notquartiere errichten müssen“, so Lembrecht.

 Der Amtsdirektor informierte den Ausschuss über die aktuellen Zahlen: 138 Flüchtlinge aus 15 Staaten leben zurzeit im Amt Bordesholm. Die 97 Männer, 25 Frauen und 16 unter 18-Jährigen sind dezentral in 37 Wohnungen, acht Häusern und vier angemieteten Zimmern eines Hotels untergebracht. „In diesem Jahr müssen wir noch 53 Personen aufnehmen“, berichtete Lembrecht. Das werde noch zu schaffen sein. Derzeit werde mit jedem Vermieter über leerstehende Wohnungen gesprochen und verhandelt. Als ein Beispiel nannte er das leer stehende Haus des Landesvereins der Inneren Mission Rickling am Lindenplatz.

 Auf die Frage, welche gemeindeeigenen Gebäude möglicherweise zu Notquartieren umfunktioniert werden könnten, wollte Lembrecht wie auch zu den vier oder fünf Standorten im Amt nichts sagen. „Wir sind mit vielen Eigentümern von Flächen, aber auch Investoren im Gespräch.“ Am Montag wird es ein Treffen mit der Landesplanungsbehörde des Innenministeriums geben. Da werde es um Standorte, aber auch um Baustandards und schnellere Baugenehmigungen gehen.

 Auf Nachfrage bestätigte er aber auch, dass ein Privatinvestor auf dem ehemaligen Gelände des Edeka-Marktes in der Bahnhofsstraße 26 Wohnungen in drei Häusern realisieren werde und mit ihm Verhandlungen über langfristige Mietverträge liefen. Zudem habe es positive Gespräche mit den Ämtern Flintbek und Molfsee für gemeinsame Lösungen gegeben. Details dazu wollte er aber auch nicht öffentlich machen. Lembrecht appellierte in diesem Zusammenhang an alle Vermieter, freien Wohnraum dem Amt zu melden. Das Amt hat mittlerweile eine halbe Hausmeisterstelle für die 50 Wohnungen, in denen Flüchtlinge wohnen, eingerichtet. Ab November soll sie auf eine volle Stelle aufgestockt werden.

 Die dezentrale Strategie des Amts wurde von den Mitgliedern befürwortet. Willi Lüdemann (FDP, Bordesholm) betonte zudem, dass Transparenz für die Öffentlichkeit wichtig sei. Kai Albrecht (SPD, Bordesholm) warnte allerdings vor schnell zu realisierenden „Schlichtbauten“. Fehlende Energiestandards könnten mittel- bis langfristig zu einem Problem werden.

 Seitens des Amts hofft man auf eine schnelle Umsetzung der neuen Kabinettsbeschlüsse sowohl in finanzieller Hinsicht als auch bei der schnelleren Rückführung von Menschen aus sicheren Herkunftsländern. „Von den 138 Flüchtlingen gehören 26 Personen dieser Gruppe an“, sagte Lembrecht auf Nachfrage im Hauptausschuss.

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