20 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Wo Kinder Kino selber machen

Noki Nortorf Wo Kinder Kino selber machen

Im vom Bundesverband Jugend und Film unterstützten Noki-Projekt in Nortorf wachsen junge Cineasten heran: Kinder und Jugendliche stellen selbst Kinovorführungen auf die Beine. Sie wählen die Filme aus, gestalten die Plakate selbst und organisieren die Vorstellungen. Am Montag startet die nächste Projektphase.

Voriger Artikel
Mitgebrachte Tassen werden gerne befüllt
Nächster Artikel
So schmeckt der Osten aus der Waffel

Claus Oppermann lädt zur nächsten Noki-Runde ein: Ein Projekt, bei dem Schüler zu Programmmachern werden.

Quelle: Beate König

Nortorf. Selbst bestimmen, welcher Kinofilm gezeigt wird, dafür eigene Werbe-Plakate entwerfen, den Streifen selbst anmoderieren, vorführen und ein eigenes Rahmenprogramm auf die Beine stellen: Das alles können Zwölf- bis 18-Jährige in dem Projekt Noki – Nortorf Kino für dich. Am Montag startet die nächste Projektphase für vier Kinovorführungen.

 „Wir sind exklusiv“, sagt Claus Opperman, Koordinator des Projekts, das nach zehn Monaten Pause zum vierten Mal startet. Die Noki-Betreuer Oppermann und die Graphikerin Vicky Kotov, dazu die Bündnispartner Gemeinschaftsschule Nortorf, Stadtbücherei, der Kinder- und Jugendtreff Tee sowie der Landesverband Jugend und Film hatten für das Angebot den positiven Förderbescheid des Bundesverbandes Jugend und Film abgewartet. Der Verband erhält Mittel aus dem Topf „Kultur macht stark“, einem Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Insgesamt stünden bundesweit über fünf Jahre 120 Millionen zur Verfügung, so Oppermann. In Norddeutschland gibt es ein derartiges Kino-Projekt für Jugendliche nur in Gettorf, Bordesholm und Nortorf.

 „Nortorf hat seit über 50 Jahren kein Kino“, erzählt Oppermann. Den Zeitpunkt des „Kinosterbens“ in der Stadt konnten alte Nortorfer dem Filmemacher genau nennen: „Als der frühere Plattenhersteller Teldec begann, Mitarbeiter für gute Leistungen mit einem geschenkten Fernseher zu belohnen.“ Noki soll mit dem Erlebnis vertraut machen, einen Film auf großer Leinwand gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen im dunklen Saal zu sehen, anstatt auf einen Computer- oder Fernsehbildschirm zu starren. „Das kennen viele gar nicht.“

 Die Kinogänger von morgen lernen abseits der breiten Masse sehenswerte Filme kennen, wenn sie aus über 500 Titeln und Trailern einen Streifen auswählen, der mit einem Beamer gezeigt wird. Exkursionen zu den nordischen Filmtagen und zu Kinos in der Region machen den jungen Cineasten ebenso Spaß, wie gemeinsam Spenden zu überreichen, die sie bei den Vorführungen in der Schul-Aula aus dem Verkauf von Naschi-Tüten und Getränken sammeln.

 Nachwuchswerbung steht für die Bündnispartner oben an: Sie stellen in Klassen der Gemeinschaftsschule das Nachmittagsprojekt vor. Zelluloid, das analoge Filmmaterial aus prä-digitalen Zeiten, hat Claus Oppermann dann für die Schüler dabei. Was den 46-Jährigen freut: Aus Noki entstehen neue Aktivitäten. Als ein Film-Gast, ein Graffiti-Künstler, mit den Teilnehmern einen Verteilerkasten besprüht hatte, hatten die Stadtwerke Nortorf angefragt, ob weitere Kästen auf diese Weise gestaltet werden können.

 Der nächste Noki-Starttreff ist am Montag, 11. April, um 16 Uhr im Kinder- und Jugendtreff Tee in der Bargstedter Straße 31 in Nortorf.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3