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Die Wölfe sind da

Nordart in Büdelsdorf Die Wölfe sind da

Die Wölfe aus Gusseisen sind schon da. Sie sollen das spektakulärste Kunstwerk der Nordart in Büdelsdorf bei Rendsburg sein. Die 18. Ausstellung zeitgenössischer Kunst beginnt am 4. Januar in der ehemaligen Carlshütte und dem Skulpturenpark nebenan.

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104 Wölfe aus Gusseisen bilden das spektakulärste Kunstwerk bei der diesjährigen Nordart."Wolves Coming" nennt der Chinese Liu Rouwang seine Skulpturengruppe.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Büdelsdorf. Das spektakulärste Kunstwerk dieser Nordart steht schon in einer 2400 Quadratmeter großen Industriehalle auf dem Gelände der ehemaligen Carlshütte in Büdelsdorf: 104 Wölfe aus Gusseisen, überlebensgroß, jedes Tier rund 300 Kilogramm schwer. Fast jeder Wolf hat seine eigene Körperhaltung, durchweg aggressiv, das Maul aufgerissen, die Zähne gebleckt. Das Rudel hat eine sechswöchige Seereise von China in den Hamburger Überseehafen hinter sich. Der Künstler Liu Rouwang hat eigens für die Nordart neue Abgüsse von Tieren hergestellt.

Die Nordart in der Rendsburger Nachbarstadt Büdelsdorf gehört nach eigenem Verständnis zu den größten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa. Jeden Sommer zeigen rund 250 Künstler aus aller Herren Länder Gemälde, Skulpturen, Installationen. Eine Jury wählt die Künstler aus. Dieses Jahr findet die Nordart zum 18. Mal statt. Themenschwerpunkt ist Israel. Herzstück der Ausstellung sind die Industriehallen der ehemaligen Carlshütte. Sie haben fast die Größe von vier Fußballfeldern.

Handwerker schieben Rollwagen durch die Hallen. Gabelstapler kreisen. Ein Frontlader schiebt Kies zusammen. Eine Maschine mit einer großen Bürstenwalze kehrt den Boden. Helfer fegen mit langstieligen Besen Staub und Spinnweben von weiß gestrichenen Wänden, an denen später Bilder hängen. Gemälde lehnen teils noch in Folie verpackt aufgereiht an Raumteilern. Mittendrin im Aufbau der Nordart steht Wolfgang Gramm. Der 64 Jahre alte Künstler ist der Leiter der Kunstausstellung. „Für Großskulpturen ist die Halle das Genialste, was es gibt“, sagt er. „Besser geht es nicht.“ So halten die Böden schwere Lasten aus, sind mit Gabelstaplern befahrbar. „Machen Sie das mal in einem Museum.“

Eine ganze Halle braucht Gramm für die Wölfe von Liu Rouwang. „Wolves Coming“heißt das Werk. Vor wenigen Tagen kam das Rudel in sechs Containern auf Tiefladern in Büdelsdorf an. Jedes Tier in einer eigenen Holzkiste verpackt. Knochenarbeit war angesagt fürs sechsköpfige Team der Nordart, zu dem Tischler und Metallbauer zählen. Nach zwei Stunden mussten die Container ausgepackt sein, sagt Wolfgang Gramm am Montag. Dann standen die Wölfe in der Halle, und Gramm blickte von einer Galerie aus auf das Rudel. „Ich war unzufrieden mit dem Aufbau.“ Gramm entschied: Die Tiere sollen in einer Art Landschaft aus Steinen, Kies und Sand stehen, nicht auf dem platten Boden. Seine Ideen skizzierte der Künstler am vergangenen Wochenende.

Wie die Wölfe stehen, ist die Entscheidung von Wolfgang Gramm. Es gibt keinen Aufbauplan des chinesischen Künstlers Liu Rouwang, sagt der Nordart-Chef. „Ich bin zuständig. Man kennt sich ja. Da vertraut Liu Rouwang mir als Kurator voll.“ Seit Jahren hält Gramm Kontakt zu chinesischen Künstlern, hat ihr Vertrauen. Seit „zwei, drei Jahren“ bemüht er sich schon um die Wölfe, die ihm zuvor bei einer Ausstellung in Peking aufgefallen waren. Nach Ablauf der Büdelsdorfer Kunstausstellung soll das Rudel auf Europa-Tournee gehen.

Liu Rouwang ist der Schwerpunktkünstler der diesjährigen Nordart. Aus seiner Werkstatt sollen auch 36 dreieinhalb Meter große Affenmenschen kommen. Sie lagern noch im Hamburger Überseehafen und haben ein Transportproblem, sagt Gramm. Die Kisten dieses Kunstwerks namens Original Sin seien zu groß für den Transport durch den Hamburger Elbtunnel. Die Spedition müsse die Affenmenschen daher umladen. „Eigentlich müssten sie jetzt täglich kommen.“

Die Nordart läuft vom 4. Juni bis 9. Oktober in der ehemaligen Carlshütte und im angrenzenden Skulpturenpark. An Wochenenden werden auch Führungen angeboten.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
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