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Das moderne Bild der Landwirtschaft

Norla ist eröffnet Das moderne Bild der Landwirtschaft

Bei Spätsommerwetter startete am Donnerstag in Rendsburg die 67. landwirtschaftliche Fach- und Verbrauchermesse Norla – mit 583 Ausstellern aus neun Nationen. „Die Norla brummt und sie wird auch in Zukunft brummen“, sagte Geschäftsführer Peter Levsen Johannsen bei der Eröffnung.

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Eine der Attraktionen auf der Norla: Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Mitte) diskutiert mit Besuchern die Vor- und Nachteile der hier gezeigten automatisierten Fütterungs- und Reinigungstechnik in einem Musterkuhstall.

Quelle: Uwe Paesler

Rendsburg. Schwerpunkt der viertägigen und größten Verbrauchermesse in Schleswig-Holstein, zu der erneut etwa 70000 Besucher erwartet werden, ist in diesem Jahr die Landtechnik und die Digitalisierung. Gezeigt werden mehr als 150 Trecker, Häcksler, Mähdrescher und andere Maschinen. „Ob man allerdings alles, was jetzt an Neuheiten auf den Markt kommt, tatsächlich braucht, muss überprüft und diskutiert werden“, sagte Levsen Johannsen. Wichtig sei die Messe aber gerade auch für die Verbraucher: „Hier zeigt sich das zukünftige Bild der Landwirtschaft und hier werden wir mit dem Erfolgsmodell Norla weiter daran arbeiten, bestehende Vorurteile gegenüber dem Berufsstand abzubauen.“ Landwirtschaft sei trotz der bestehenden Agrarkrise eine Zukunftsbranche, bekräftigte er.

 Diese Position unterstütze auch Landtagsvizepräsident Bernd Heinemann (SPD): „Der ländliche Raum muss stark bleiben, dafür müssen wir die Strukturen schaffen.“ Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) lobte die Atmosphäre der Verbrauchermesse: „Es sind die kleinen Dinge, die die Norla zu etwas Besonderem machen.“ Dabei spiele gerade die Akzeptanz von moderner Landwirtschaft eine wichtige Rolle: „Am Umgang mit Tieren und des Bodens hängt viel ab. Da kann auch neue Technik helfen, Probleme in den Griff zu bekommen.“

 Allerdings müsse der Verbraucher die Leistungen und Innovationen der Landwirte auch honorieren: „Wir brauchen auf der Norla eine Debatte über den Wert von Lebensmitteln. Die Erfahrung zeigt nämlich: Je reicher eine Gesellschaft ist, desto sparsamer verhält sie sich.“ Diese Erfahrung teilte auch Werner Schwarz, Präsident des Landesbauernverbandes: „Manchmal hat man als Landwirt das Gefühl, unter die Räder zu kommen.“ Gerade deshalb sei eine Messe wie die Norla um so wichtiger, um die Zukunft der Branche in allen Facetten abzubilden. Agrarpolitik sei eben auch Gesellschaftspolitik, betonte Schwarz und ergänzte: „Gegen eine Weiterentwicklung und Verbesserung, die allen dient, haben wir nichts einzuwenden.“ Der Landesbauerntag im Rahmen der Norla am Freitag werde deshalb die Weichen Richtung Zukunft stellen.

 Beim Rundgang über das etwa 13000 Hektar große Messegelände wird dem Besucher schnell klar, was Zukunft zumindest in technischer Hinsicht bedeutet. Satellitengestützte Feldroboter, die per App gesteuert beispielsweise die Aussaat oder die Bodenkonsistenz unterstützen, sind keine Utopie mehr. Automatische Futterschieber oder Spaltenreiniger im Kuhstall finden auf immer mehr Höfen Anhänger. Und auch das Reizthema Gülleausbringung wird den Besuchern an jedem Messetag um 10 und 14 Uhr auf einer Freifläche in der Nähe des Eingangs Süd näher gebracht. Weniger Transporte auf den Straßen, weniger Geruch, effektiver Nährstoffeinsatz: Der Verband der Lohnunternehmer zeigt hier mit modernstem Gerät, wie Landwirte aufgrund der künftigen Düngeverordnung bodennahe Gülle-Ausbringtechnik und Umweltschutz in Einklang bringen werden. Und als kleine Werbung in eigener Sache können sich Besucher gepressten Wirtschaftsdünger aus dem brandneuen Gülle-Separator mit nach Hause nehmen. Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die eine Messe wie die Norla so speziell machen.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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