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Briefmarken-Tausch trotz Geburtstag schlecht besucht

Nortorfer Philatelisten Briefmarken-Tausch trotz Geburtstag schlecht besucht

Der Briefmarkensammler-Verein Nortorf feiert seinen 70. Geburtstag. Doch der Tauschtag der Sammler war schlecht besucht. "Jungen Nachwuchs zu finden, ist schier unmöglich", sagt Kassenwart Lothar Altmann.

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Lothar Altmann nutzte den Tauschtag, um ein Briefmarkenalbum unter die Lupe zu nehmen.

Quelle: Karsten Leng

Nortorf. Peter Lorenzen, Vorsitzender des Briefmarkensammler-Vereins, steckt mit seinen Vereinsfreunden Karl-Heinz Köller und Norbert Schulze an einem Tisch im Alten Landkrug die Köpfe zusammen. „Das Wetter ist zu gut“, erklären sie sich den mehr als bescheidenen Besuch ihres Tauschtages. „Mal ist das Wetter zu gut, mal ist es zu schlecht. Das ist doch alles Mumpitz“,  zeigt sich Köller genervt bar der Erklärungsversuche. „Die Briefmarkensammler sind wie Braunbären. Die wachen jetzt erst langsam aus dem Winterschlaf auf“, wirft von einem Nebentisch der Vereinskassenwart Lothar Altmann in die Runde. Der Anblick im Saal des Landkrugs ist wirklich nicht erhebend. Die meisten Tische sind verwaist. Nur hier und da sitzen einige Sammler und sind fleißig am verhandeln über die Tauschkonditionen.

„Und das in unserem Jubiläumsjahr“, zeigt sich „Obersammler“ Lorenzen sichtlich ernüchtert. Der Verein feiert gerade sein 70. Gründungsjahr. Angefangen habe es im Bahnhofslokal mit 40 Mitgliedern. Das sei auch über viele Jahre da Vereinslokal gewesen, weiß Karl-Heinz Köller aus Erzählungen. Später sei der Verein in den Schützenhof umgezogen. Doch die Boom-Jahre des Vereins sind längst Vergangenheit. Heute haben die Briefmarkensammler nur noch 18 Mitglieder - alles Männer, die mittlerweile alle graue Haare haben. Der Benjamin im Verein zählt mittlerweile stolze 50 Lenze. „Das einzige weibliche Mitglied unserer Runde ist mit 92 Jahren vor einiger Zeit verstorben“, sinniert Lorenzen. „Jungen Nachwuchs zu finden ist schier unmöglich“, weiß Altmann. Briefmarkensammeln sei mittlerweile ein Hobby geworden für Männer, die sich auf ihren Ruhestand vorbereiten. „Die Jugend hat andere Flausen im Kopf und belächelt uns“, weiß er zu berichten.

Auch wenn die Zeiten nicht rosig sind und der Verein möglicherweise mangels Mitglieder sich in einigen Jahren auflösen muss, wollen die Verbliebenen ihr Jubiläumsjahr zünftig begehen. Dafür hat der Verein im Herbst des vergangenen Jahres 800 Bögen mit Sondermarken bei der Post in Auftrag gegeben. „Die sind sehr begehrt“, berichtet Peter Lorenzen. Noch warten 200 Bögen auf ihre neuen Besitzer. kol

Infos für Sammler

Wer sich für die Sondermarken interessiert bekommtInformationen bei Norbert Schulz, Tel. 04392/3682, oder per E-Mail an norbertandreas@aol.com

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