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Notvorstand für die Waldorfschule

Rendsburg Notvorstand für die Waldorfschule

Erst Kontakte des früheren Geschäftsführers zu Rechten und nun das: Die Waldorfschule in Rendsburg braucht einen Notvorstand. Führungsaufgaben seien derzeit nicht leistbar, sagt Albrecht Hüttig vom Bund der Freien Waldorfschulen.

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Die Waldorfschule Rendsburg sorgt erneut für negative Nachrichten.

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Rendsburg. Der in Stuttgart beheimatete Bund greift in Rendsburg ein. Er schickt zwei Geschäftsführer von Waldorf-Landesverbänden in Hannover und Hamburg sowie einen Unternehmensberater. Das Trio soll für den offenbar handlungsunfähigen Vorstands für die Dauer von zwei Jahren eine neue Führung an der Waldorfschule in der Nobiskrüger Allee installieren. Eine vergleichbare Notempfehlung habe es bundesweit in den letzten Jahren nur einmal gegeben, in Darmstadt, sagt Hüttig. Dort sei der Eingriff erfolgreich verlaufen.

 Das letzte Wort hat die Mitgliederversammlung am 18. Mai, erklärt Hüttig. „Es gibt keine Entscheidung, die durchgedrückt wird.“ Der Bund reagiere „auf einen Hilferuf“ von Eltern, Lehrern und Vorstandsmitgliedern. Es gebe einen Bruch zwischen Mitgliedern und Vorstand. „Da setzt sich etwas durch, das müssen wir in den Griff bekommen. Das müssen Profis machen.“

 Es gebe keine Vertrauensbasis mehr. Hüttig: „Da ist etwas in der Tiefe, was wir nicht benennen können.“ Eine Schlichtung sei nötig. Thomas Felmy, Geschäftsführer bei der schleswig-holsteinischen Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen: „Jede Ehe hat auch mal Krisen.“ Die Waldorfschule solle nun den Ursache der Krise „auf die Spur kommen und das Problem lösen“.

 Nur vage umschreibt Hüttig die Lage: Es werde „mit ganz verschiedenen Stimmen gesprochen“, und „Konflikte werden nicht offen angesprochen“. So habe es Streit um den neuen Geschäftsführer gegeben, von dem sich die Waldorfschule schon wieder getrennt habe. Streit gebe es auch um womöglich nötige Sanierungsarbeiten am Schulgebäude. Hüttig versichert: Es gehe nicht um pädagogische Fragen oder Unterrichtsinhalte.

 Ihren ehemaligen Geschäftsführer hat die Waldorfschule im vergangenen Jahr nach Kontakten zu einer skurrilen rechten Szene entlassen, in einem gerichtlichen Vergleich einigten sich beide Parteien inzwischen auf eine Abfindung. Hüttig: Dieser Konflikt „hat die Schule geschwächt“. Von dem Nachfolger habe man sich im Februar wieder getrennt, sagte Felmy.

 Sinkende Schülerzahlen verschärfen die Lage. Laut Felmy besuchten 429 Mädchen und Jungen im Jahr 2006/2007 die Schule, was ungewöhnlich viel gewesen sei. Jetzt seien es 345. „Das ist kein Absturz“ und „im Moment keine Krise, die die Schule in wirtschaftliche Probleme brächte“. Wenn der Trend „zehn bis 15 Jahre“ anhalte, gebe es eine finanzielle Krise für die Schule, die Elternbeiträge und Landeszuschüsse braucht. Beide sind abhängig von Schülerzahlen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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