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Wolken über ihrem Paradies

Öko-Garten in Schinkel Wolken über ihrem Paradies

Im eigenen Öko-Garten wurschteln und die Ruhe in dörflicher Idylle genießen. Diesen Wunsch erfüllten sich Juliane Busen und ihr Ehemann Hans-Jochen Wachsmuth aus Kiel vor zwei Jahren mit dem Kauf einer 1,1 Hektar großen Pferdeweide in Schinkel.

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Zerbrechen sich seit fünf Monaten die Köpfe, wie sie ihren Traum vom eigenen Öko-Garten in Schinkel aufrecht erhalten können: Juliane Busen und ihr Ehemann Hans-Jochen Wachsmuth.

Quelle: Jan Torben Budde

Schinkel. „Wir haben schon dicke Bohnen und Kirschen geerntet, bald sind die Pflaumen so weit“, erzählt die 49-jährige Hobbygärtnerin, die in der Landeshauptstadt in einem Mehrfamilienhaus wohnt, wo es im Garten schattig ist. Sogar einen acht Meter langen Schaustellerwagen für gelegentliche Übernachtungen erwarben die Eheleute. Doch jetzt droht ihr Traum von der grünen Oase mit Froschteichen, Obstbäumen und Gemüse zu platzen. „Wenn wir Pech haben, müssen wir das Gelände bald räumen“, sagt Juliane Busen. Schon fünf Monate sucht das Paar nach einer Lösung, hat mit Freunden, Kommunalpolitik und Amt gesprochen.

 Was ist passiert? „Wir haben eine Anzeige bekommen“, erzählt die gelernte Krankengymnastin und Frührentnerin verzweifelt, „dabei wollen wir niemanden ärgern.“ Vom wem? Sie zuckt mit den Schultern. Von Dorfbewohnern hörten sie bisher kein schlechtes Wort. „Wir haben sogar eine kleine Party zur Einweihung gefeiert“, denkt Juliane Busen zurück. Trotzdem flatterte ihr nach eigener Aussage im Frühjahr ein Schreiben vom Kreisbauamt Rendsburg-Eckernförde ins Haus. Es folgte eine Kontrolle ihres Öko-Gartens in Schinkel.

 Bei einer Begehung durch den Kreis sei das ganze Gelände inklusive Teichen, Schaustellerwagen und einem alten Bauwagen, in dem Gartengeräte lagern, unter die Lupe genommen worden. Gerade die beiden Gefährte sind nach dem Verständnis der Kielerin der Knackpunkt. „Weil es sich um eine landwirtschaftliche Fläche handelt, sind hier wohl keine feststehenden Objekte zugelassen“, sagt die Frau mit dem roten Haarschopf enttäuscht. Und schiebt noch nach: „Hätten wir das gewusst, hätten wir das Grundstück gar nicht erst gekauft.“ Schaustellerwagen, Gartengeräte & Co. seien nur noch bis Ende November im Öko-Garten geduldet.

 Das Ehepaar wandte sich an das Amt Dänischer Wohld. Laut Mitarbeiter Sönke Jacobsen befindet sich das Gelände im sogenannten Außenbereich. Dort seien bauliche Anlagen wie Schausteller- und Bauwagen nicht zulässig – in diese Kategorie fielen die Gefährte, weil sie aufgrund ihres eigenen Gewichtes auf dem Boden ruhten. Was nun? Juliane Busen und Ehemann Hans-Jochen Wachsmuth wollen nach dem letzten Strohhalm greifen. „Wir haben bei der Gemeinde Schinkel einen Antrag auf den Erlass einer Abrundungssatzung gestellt“, berichtet Juliane Busen, die nun auf grünes Licht hofft.

 Sönke Jacobsen zufolge ist das keine kurzfristige Angelegenheit. Selbst wenn die örtlichen Gremien der Satzung zustimmten, kämen in dem Verfahren die Träger öffentlicher Belange zu Wort. Sollte die Abrundungssatzung erlassen werden, läge die Fläche dann im Innenbereich. Die Hobbygärtner dürften den Schaustellerwagen dort als Nebengebäude stehen lassen, sofern die Kieler noch ein Hauptgebäude errichten – eine Holzhütte würde reichen. „Wir wären glücklich“, sagt Juliane Busen.

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