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Oldtimer sollen nicht nur gut aussehen

Frühjahrpflügen Oldtimer sollen nicht nur gut aussehen

Das Wummern der Lanz Einzylinder dröhnt über die Felder bei Groß Vollstedt, wo sich am Sonntag die Traktoren Oldtimerfreunde rund um den Westensee mit 30 Schleppern zum Frühjahrspflügen trafen. „Die Oldtimer sollen nicht nur gut auszusehen, sondern arbeiten“, erklärt Vereinsvorsitzender Torsten Manthey.

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Aufgereiht wie an einer Perlenschnur pflügten die Oldtimer rund 15 Hektar bei Groß Vollstedt.

Quelle: Sven Janssen

Groß Vollstedt. „Uns begeistert die alte Technik, die viel langlebiger ist als die heutige Elektronik“, betonte Manthey weiter. Den Landmaschinenmechaniker reize es, die alten Schlepper wieder ans Laufen zu bekommen und sie so in die heutige Zeit zu retten. „Nur wenn man die Maschinen laufen sieht, kann man sich vorstellen, wie damals gearbeitet wurde.“

 Mantheys Herz schlägt für Deutz. Kein Wunder, sein Vater Günter hat bei dem Unternehmen gearbeitet und dem Sohn so einiges beigebracht. Schrauben sei immer noch seine Leidenschaft, sagte Manthey. Es sei einfach ein schönes Gefühl, wenn man die alten Maschinen wieder in Gang bekomme. Auch ohne Elektronik sei die Technik von früher keine einfache. „Da braucht man schon einiges Knowhow“, sagte er.

 15 Hektar wurden am Sonntag gepflügt. Wie an der Perlenschnur aufgereiht, aber seitlich versetzt fuhren die Schlepper hintereinander her und zogen ihre Furchen in den Acker. Fast 30 Oldtimer waren gekommen, und trotz aller Arbeit blieb am Rande doch immer noch Zeit, um die Geschichten zu den Schleppern zu erzählen.

 Der Ackerluft Bulldog D9506 von Hans-Joachim Körner aus Schierensee war der Oldie auf dem Feld. 1939 habe sein Vater Theodor den 45 PS starken und mit einem 10,3-Liter-Glühkopfmotor ausgerüsteten Schlepper gekauft, erzählte Körner. Sechs Jahre später seien sie mit zwölf Pferden, dem Traktor und 88 Menschen vom 275 Hektar großen Hof aus Pommern nach Schierensee geflohen. Vier Wochen hätten sie dafür gebraucht. Der Lanz halte die Erinnerung daran wach. „Vor 20 Jahren habe ich den Schlepper wieder aus der Scheune geholt und fit gemacht“, sagt der 83-Jährige, der Sonntag mit seinem Enkel Toke (9) über den Acker pflügte. Auch der ist den Oldtimer schon gefahren. „Aber nur auf Opas Schoß“, wie er versicherte.

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