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Siegerentwurf in der Diskussion

Ortskern Kronshagen Siegerentwurf in der Diskussion

Seit mehr als zwei Jahrzehnten ringt Kronshagen um die Modernisierung seines Ortskerns. Noch in diesem Jahr will die Gemeindevertretung den Rahmenplan verabschieden, der die Neugestaltung ermöglicht. Doch es gibt viele Kritiker. Am Dienstag ist ein Diskussionsabend zu den Entwürfen.

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Siegerentwurf beim Wettbewerb für den Ortskern: Er sieht eine dreigeschossige Bebauung ohne Satteldach an der Kieler Straße vor. An der Gebäudeecke ragt ein Turm sogar noch etwas höher.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Es gibt zahlreiche Bürger, die den Ergebnissen des Architektenwettbewerbs zur Ortskerngestaltung in Kronshagen kritisch gegenüberstehen. Am Dienstag, 4. Oktober, um 19 Uhr im Bürgerhaus lädt die Gemeinde zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung.

Dabei will sie Entwicklung der Ortskernplanung erläutern, die Beteiligung der Öffentlichkeit nachzeichnen und die Inhalte darstellen. Die Moderation hat Barbara Hagen-Bernhardt. Auf dem Podium sitzen Projektbegleiter Volker Zahn, Bürgervorsteher Bernd Carstensen (CDU), Robert Schall (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses, Bürgermeister Ingo Sander (CDU) sowie ein Kronshagener Mitglied des Preisgerichtes. Vertreterin der kritischen Bürger auf dem Podium ist Ottonie Habura-Flüh. Zudem sind der Sanierungsträger GOS und die Hamburger Architektin des Siegerentwurfs anwesend.

1994 hatte die Gemeinde zwei Bürgerentscheide kassiert. Damals lehnten die Kronshagener mehrheitlich den damaligen Rahmenplan Ortskern sowie den Verkauf der drei gemeindeeigenen Grundstücke in der Kopperpahler Allee 1-5 ab. Die Kritik richtete sich seinerzeit vor allem gegen den im Rahmenplan enthaltenen Neubau des Rathauses am Marktplatz. Vielen erschien das Gebäude überdimensioniert; zudem machten Sorgen über den Verlust der Grünanlage vor der Ladenzeile die Runde.

Nach den für die Gemeindepolitik negativ ausgefallenen Bürgerentscheiden wurde die Ortskernplanung zunächst zum Tabu-Thema. Die Politik musste ihre Wunden lecken. Für den nicht realisierbaren Rathaus-Entwurf erhielt der Architekt eine sechsstellige Entschädigung. Da die Arbeitsbedingungen der Verwaltung im ehemaligen Gemeindehaus aber nicht mehr den Anforderungen entsprachen, begann die Gemeinde Ende der 90er Jahre erneut ein neues Verwaltungsgebäude zu planen, und zwar auf dem Gelände der ehemaligen Feuerwache in der Kopperpahler Allee. Im Sommer 2000 wurde es feierlich eingeweiht.

Ausgehend vom damaligen Vorsitzenden des Gewerbe- und Handelsvereins gab es in den Folgejahren immer wieder Vorstöße für eine Wiederaufnahme der Ortskernplanung. 2009 lud die Gemeinde zu einer Ideenwerkstatt ein. Bürger brüteten in Workshops darüber, wie der Ortskern in Zukunft aussehen sollte. Ergebnis: Das Zentrum sollte mehr als ein Ort zum Einkaufen sein: Von Aufenthaltsqualität, grünen Zonen und Verkehrsberuhigung war da die Rede. 2012 wurde die Ortskernentwicklung ins Städtebauförderungsprogramm aufgenommen. Die Fördermittel in Höhe von 3,8 Millionen Euro teilen sich Bund, Land und Gemeinde zu je einem Drittel. Das war der Startschuss für die Ortskernentwicklung: 2013 erwarb die Gemeinde aus diesen Mitteln für gut eine Millionen Euro die beiden Elac-Häuser in der Kieler Straße. Sie sollen der Neuentwicklung genauso Platz machen wie die im vergangenen Jahr abgerissen Wohnhäuser im Kathweg.

Zeitgleich lobte die Gemeinde einen Architekten-Wettbewerb aus. Als Sieger ging daraus das Hamburger Büro Hahn, Hertling, von Hantelmann hervor. Auf dieser Grundlage wurde der neue Rahmenplan Ortskern erarbeitet. An dem Entwurf entzündete sich rasch Kritik: zu groß, zu kompakt, zu viel Schatten in Aufenthaltsbereichen.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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