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Eon-Rebellen erwarten Sechsachtel-Sieg

Osterrönfeld Eon-Rebellen erwarten Sechsachtel-Sieg

Was wie eine drohende Niederlage vor dem Landgericht in Kiel aussah, wertet der Anwalt der Eon-Rebellen aus Osterrönfeld als Sechsachtel-Sieg, der sich abzeichne. Mündlicher Verhandlungstermin war am Freitag. Das Urteil verkündet die Kammer später.

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Dieses Blockheizkraftwerk des Versorgungsunternehmens Hansewerk Natur Haushalte in der Siedlung Aspel in Osterrönfeld mit Wärme.

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Osterrönfeld. Die Osterrönfelder Eon-Rebellen wehren sich gegen Fernwärme-Preise der Hansewerk Natur GmbH (ehemals Eon Hanse Wärme) für ihre Haushalte. Sie halten die Abgaben für überhöht. Es geht dabei um von drei Blockheizkraftwerken gelieferte Wärme, an die rund 400 Kunden angeschlossen sind, sagt Thomas Mädge, der Sprecher der Eon-Rebellen.

Der Jurist hatte gegen die Eon auf Rückzahlung von rund 1900 Euro für die Jahre 2010 bis 2012 geklagt und Ende 2013 vor dem Rendsburger Amtsgericht Recht bekommen. Die Eon war in Berufung gegangen. Vor dem Kieler Landgericht zeichnete sich bei der mündlichen Verhandlung am Freitag dagegen ein Erfolg des Unternehmens ab. Mädge muss damit rechnen, dass er das Geld bis auf einen minimalen Betrag nicht zurückbekommt. Das Gericht will sein Urteil im Juni verkünden.

Mädge und seine Anwälte Wilfried Kaminski und Marei Kienwald aus Fockbek sind trotzdem zufrieden. Der Osterrönfelder hat nämlich in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben rund 2500 Euro einbehalten. Denn er hielt die Preiserhöhungsklausel im Wärme-Vertrag für nicht rechtens. In seiner Klage griff er diese auch an.

Die Berichterstatterin des Kieler Landgerichts sagte am Freitag in der Verhandlung, sie halte die Klausel für unverständlich und widersprüchlich. Als Tendenz des Gerichts formulierte sie: „Weil sie unverständlich ist, ist sie unwirksam.“

Mädge glaubt seitdem fest an den Erfolg: „Wir haben die Formel gekippt.“ Das werde Signalwirkung haben, womöglich bundesweit. Die wackelnde Klausel sah Rebellen-Anwalt Kaminiski als sich abzeichnenden Sechsachtel-Sieg. Der Anwalt von Hansewerk Natur, Frank Haese aus Hamburg, wollte keine Stellung nehmen.

Die Eon hat ihren Osterrönfelder Kunden seit einem Jahr neue Preise eingeräumt. Der Eigentümer eines durchschnittlichen Einfamilienhauses zahle seitdem für die Fernwärme 1800 Euro pro Jahr statt vorher 2500 bis 3000 Euro, sagt Mädge. Die Eon-Rebellen halten dagegen 1200 Euro für ausreichend. Sie sagen, das Unternehmen müsse seine Preiskalkulation offen legen. Das wies der Anwalt der Eon-Nachfolgerin Hansewerk, Frank Haese, im Gerichtssaal als „eigentümliches Argument“ zurück.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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