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Mitgebrachte Tassen werden gerne befüllt

Pappbecher machen Müll Mitgebrachte Tassen werden gerne befüllt

Gastronomen in Molfsee, Flintbek und Nortorf nehmen im KN-Test bereitwillig private Thermobecher an und befüllen sie mit Kaffee. Der Tenor: Pappbecher für heiße und kalte Getränke zum Mitnehmen sind teuer und schlecht für die Umwelt. Zu oft landen sie achtlos weggeworfen in der Natur.

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Sarah Petersen von der Aral Tankstelle in Molfsee freut sich über jeden Kunden, der nicht auf Plastik setzt.

Quelle: Sorka Eixmann

Molfsee/Flintbek/Nortorf. Es wird zu viel Müll produziert – so der allgemeine Tenor. Die Mägen der verendeten Wale an der Westküste waren gefüllt mit Plastikabfällen, die Banketten an den Straßen werden ebenfalls gern als Müllhalde genutzt. Doch wenn man – entgegen dem Trend – seinen Coffee to go im mitgebrachten Thermobecher haben möchte, wie reagieren dann die Verkäufer? Die Holsteiner Zeitung macht den Test.

 Tankstellen haben heutzutage den Vorteil, dass sie nicht nur zum Betanken der Fahrzeuge da sind. Viele bieten zusätzlich einen Werkstatt-Service an, fast überall gibt es heiße und kalte Getränke plus kleine Snacks. So auch an der Aral Tankstelle von Kay Wolf an der Hamburger Landstraße in Molfsee. Aber bekommt man das Heißgetränk auch im mitgebrachten Thermobecher? „Kein Problem“, lacht Auszubildende Sarah Petersen. „Das mache ich doch gern.“ Sie gibt zu: „Das ist ganz selten, eigentlich haben wir nur eine weitere Kundin, die ihren Becher mitbringt.“ Dabei findet sie es besser, wenn weniger Pappbecher verwendet werden würden. „Die landen meistens doch nur im Straßengraben.“

 Das nächste Ziel ist der German Imbiss am Eiderkamp in Flintbek. Hausherrin Maren Janssen staunt nur kurz über den ungewöhnlichen Wunsch. „Sie sind in zwei Jahren erst die zweite Kundin, die danach fragt“, sagt sie und schenkt den Becher randvoll mit frisch aufgebrühtem Kaffee. „Das schmeckt doch aus den Pappbechern gar nicht“, fügt sie noch hinzu. Am liebsten gibt sie die hauseigenen Porzellanbecher aus: „Das ist gut für den Kaffee, die Umwelt und meine Kasse, denn Pappbecher sind sehr teuer.“ Mit einem Aber: Einen schmutzigen mitgebrachten Becher würde sie nicht befüllen.

 Auch in der Steiskal-Filiale in Flintbek kommt man dem Wunsch freundlich nach. Mitarbeiterin Petra Kosanke hat Verständnis, aber: „Ich kann mich gar nicht erinnern, dass bei uns schon mal jemand mit einem eigenen Becher war“, erzählt sie, während sie den Kaffee in den Becher einschenkt. „Dabei gibt es wirklich zu viel Müll.“

 Coffee to go im privaten Becher? „Ich brühe frisch, dauert zwei Minuten“, sagt Hans-Werner Lepthien in Nortorf und nimmt den Trinkbehälter ohne Umstände über den Kuchentresen. Für den ökologischen Gedanken seiner Kunden, die Produkte unverpackt erwerben, um den Müllberg zu reduzieren, hat der 67-jährige Konditormeister Verständnis. „Bundesweit werden über zwei Milliarden Becher pro Jahr verbraucht, das ist doch Wahnsinn.“

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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