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Wie in einer Naturkirche

Pfingstgottesdienst in Schierensee Wie in einer Naturkirche

Die Kirche ist der Wald, die Kuppel das Blätterdach der Buchen auf dem Heeschenberg: So wird seit über einem halben Jahrhundert Gottesdienst zwischen den Grundmauern des im 18. Jahrhundert angelegten und heute weitestgehend verfallenen Eremitagegartens des Gutes Schierensee gefeiert.

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Das grüne Blätterdach der Buchen gibt dem traditionellen Waldgottesdienst auf dem Heeschenberg sein besonderes Flair. In diesem Jahr wurde Jette Jeß getauft.

Quelle: Sven Janssen

Schierensee. Caspar von Saldern, der das Gut Schierensee 1752 kaufte, hat den Garten geschaffen. Seit 2002 ist er in das Denkmalbuch des Landes eingetragen. Günther Fielmann, der Gut Schierensee 1997 erworben hat, hatte mehrfach betont, ihn zumindest teilweise wiederherstellen zu lassen.

 „Es ist hier wie eine Naturkirche“, sagte Ingeborg Stühmer aus Rendsburg. Sie mag die Atmosphäre bei dem Gottesdienst, der in diesem Jahr von den Posaunenchören Hassee und Flemhude-Westensee, sowie dem Kieler Chor Jazzica begleitet wurde. Der Altar ein einfacher geschmückter Tisch mit weißem Tuch, viele Klappstühle davor und immer die Hoffnung dabei, dass das Wetter hält. Es hielt. Immer wieder stoben Sonnenstrahlen durch das Blätterdach und erst bei den Abkündigungen war Donnergrollen zu hören, der den Hagelschauer zum anschließenden Imbiss schon ankündigte.

 „Ich finde es schön, dass Günther Fielmann den Heeschenberg für den Gottesdienst öffnet und im Anschluss ohne viel Tamtam noch zu einen Buffet einlädt“, sagte Heike Tull. „Auch das hat Tradition seit vielen Jahren“, sagt Gerd Frost, der 87-Jährige besucht seit über fünf Jahrzehnten die Gottesdienste.

 Fielmann selbst war nicht dabei. Die Spitze des Heeschenberges, auf dem der Altar aufgebaut war, erreichten die Besucher über eine alte, fast verfallene Steintreppe aus Findlingen. Sie und auch die Grundmauern des Lusthauses „Tranquilitati“ auf der Spitze, zeugen von der einstigen Pracht. Spuren der alten Wasseranlagen lassen sich finden, aber es braucht viel Fantasie, sich den einstigen Garten mit seinen vielen Pavillons vorzustellen.

 Die Weichen für Fielmanns Sanierungsplan sind gestellt. Die Gemeinde hat den notwendigen Bebauungsplan schon 2014 beschlossen und damit den Weg freigemacht. In einem städtebaulichen Vertrag sind die Rekonstruktionspläne mit dem Eigentümer besiegelt. „Als Nächstes müsste eine Baugenehmigung beantragt werden“, sagte Bürgermeister Manfred Kaiser, das sei bislang nicht geschehen. Seit zwei Jahren sei es eher ruhig um die Pläne geworden.

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