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Hunde wecken Erinnerungen und lösen Gefühle

Quarnbek Hunde wecken Erinnerungen und lösen Gefühle

Freude auf vier Beinen: Manni und Phoebe werden in der Runde schon sehnsüchtig erwartet. 16 im Rollstuhl sitzende Menschen bilden einen Kreis, der wie eine Arena wirkt. Dann laufen die kleinen Gladiatoren ein und werden gleich innig begrüßt. Einmal im Monat kommt der Quarnbeker Verein Pfoten Gruß im Kieler Pflegeheim der Senator Senioreneinrichtungen am Blocksberg zu Besuch und bietet eine Stunde lang Programm.

Mit kleinen Kunststücken erfreuen Melanie Herzog und Manni die Bewohner eines Kieler Pflegeheimes.

Quelle: Torsten Müller

Quarnbek/Kiel.  Natürlich kommen die beiden kleinen Mischlingshunde nicht allein. Melanie Herzog, Vorsitzende des Vereins, und Andrea Kardel sind an diesem Tag mit von der Partie. Wer wen im Schlepptau hat, Mensch oder Tier, ist nicht immer leicht zu unterscheiden. Manni und Phoebe brennen geradezu darauf, in der Runde ihre neu gelernten Kunststückchen vorzuführen. Phoebe springt galant über eine Hürde und dreht sich spielerisch auf dem Boden, Manni gibt allerliebst Pfötchen und macht im nächsten Schritt eine Mimik, als ob er sich schäme.

 „Ach, ist das süß“, jubelt eine Heimbewohnerin, andere klatschen Beifall oder zeigen sich tief berührt. „So etwas Schönes habe ich noch nicht gesehen“, bekennt Mann. Neben den Vorführungen der beiden Hunde laden Melanie Herzog und Andrea Kardel zum Denksport mit Memory und Quiz ein. Seit wann gibt es die Hundesteuer (1810), wogegen werden Hunde geimpft (Tollwut) und welcher Name ist der häufigste für Rüden (Max)? Zum Abschluss erhalten alle Quiz-Experten eine Urkunde und eine Sonnenblume.

 „Die Hunde machen eine Menge mit den Bewohnern“, beobachtet Betreuerin Britta Burmeister. Selbst Menschen, die sonst zurückhaltend seien, kämen aus sich heraus. Die Tiere wecken Erinnerungen und lösen Gefühle aus. „So einen Hund haben wir früher auch gehabt“, ist häufiger zu hören. „Bei Demenz geht es immer um den Moment“, weiß Britta Burmeister. Die positive Wirkung ihres Hundes hat Andrea Kardel bei ihrer unter Demenz leidenden Mutter erlebt: „Immer wenn ich mit ihm kam, leuchteten ihre Augen.“ Solche Erfahrungen veranlassten Melanie Herzog 2013 zur Gründung des Vereins. Mittlerweile sind fünf ehrenamtliche Teams im Heimeinsatz tätig. Gern dürfen weitere Interessierte mit ihren Vierbeinern hinzustoßen. „Kein Hund soll mehr als zwei bis drei Einsätze im Monat absolvieren, damit sie weiterhin Freude an ihren Einsätzen haben“, sagt die Vorsitzende. Kontakt unter Tel. 04340/400404.

Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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