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Seeadler stoppt die Windkraft

Planungen in Quarnbek Seeadler stoppt die Windkraft

Die Windkraftplanung in Quarnbek verzögert sich erneut: Im Rahmen der aktuellen Bauleitplanung haben Naturschützer Bedenken wegen des möglichen Vorhandenseins von Rotmilan, Seeadler und Fledermäusen vorgetragen.

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Auf dem Acker (rechts) sollen drei Windräder errichtet werden. Parallel zur Kreisstraße 3 nach Melsdorf wünscht sich die Gemeinde Quarnbek jenseits des Knicks die Anlage eines Schotterweges, auf dem Radler fahren können.

Quelle: TM

Quarnbek. Ursprünglich wollte die Gemeindevertretung am kommenden Donnerstag den Satzungsbeschluss für den B-Plan 4 fassen. Doch nun müssen zunächst die Bedenken bewertet werden.

 Auch der Poststreik hat Verzögerungen bewirkt: Einige Einwendungen gegen den Anlagenbau südlich der Kreisstraße 3 und nördlich der Autobahn 210 sind nicht fristgerecht eingegangen. Als neuen Termin für das abschließende Votum der Gemeindevertretung peilt Bürgermeister Klaus Langer (Grüne) nun die erste Woche nach den Sommerferien an. Jann Peter Freese, Projektleiter der Firma Denker & Wulf, hat seine Hoffnungen für 2015 begraben: „In diesem Jahr werden wir nicht mehr mit der Windenergie ans Netz gehen können.“ Für Investoren bringt der Anschluss erst im kommenden Jahr eine geringere Einspeisevergütung und Rendite mit sich.

 Die von Seiten des Naturschutzes eingebrachten Einwände sind für die Windkraftplaner im Prinzip nichts Neues. Der Artenschutz war bereits vor zwei Jahren im Rahmen des Umweltberichtes geprüft worden. Rotmilane sind durchaus immer häufiger Opfer von sich bewegenden Rotorblättern, aber für das B-Plan-Gebiet Groß Niedeel gelten diese Greifvögel laut Gutachten als nicht relevant. Seeadler fliegen eher das fischreiche Gebiet des Flemhuder Sees an. Ungewissheit geht derzeit vom Gerichtsurteil aus, durch das die Regionalpläne des Landes sowie die dort festgelegten Standorteignungen für Windrädern zu Fall gebracht wurden. Nach Angaben von Jann Peter Freese prüft die Landesplanung derzeit auch die Zulässigkeit des Quarnbeker Vorhabens erneut.

 Noch ungelöst ist der Wunsch der Gemeinde, im Zuge der Errichtung von Windrädern entlang der Kreisstraße einen nicht asphaltierten Radweg zu verwirklichen, nachdem sich alle Vorhaben des Kreises Rendsburg-Eckernförde bisher zerschlagen haben. Dieser zwei Meter breite Schotterstreifen soll jenseits des Knicks auf dem Acker verlaufen und auf eigene Gefahr benutzt werden können. Für den Bereich der künftigen Anlagen hat der Projektbetreiber die Bereitschaft erklärt, dass der Betriebsweg von Velos mitgenutzt werden könne. Dadurch ließe sich eine Anbindung an den am Karkkamp endenden Melsdorfer Radweg herstellen.

 Für die Weiterführung des Streifens nach Westen hofft die Gemeinde auf einen Flächentausch mit Gutsbesitzerin Iris Milberg-Schoeller, um den Radweg um knapp 500 Meter bis kurz vor die Biogasanlage zu verlängern. Auf ihrem Acker verläuft auf 953 Metern der alte Kirchsteig nach Flemhude. Er befindet sich seit 1928 im Eigentum der Gemeinde – so ist es im das Grundbuch festgehalten. De facto existiert dieser ein Meter breite Kirchsteig aber nicht mehr; er wird seit Jahrzehnten landwirtschaftlich genutzt. Auf Wunsch der Gemeinde unterbreitete Iris Milberg-Schoeller dieser im Februar und April sowohl ein Kauf- als auch ein Pachtangebot für den Kirchsteig. Von einem Flächentausch für den Radweg wisse sie nichts, dennoch signalisierte sie dafür am Montag auf Nachfrage Bereitschaft.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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Foto: Sind sauer auf die Quarnbeker Windkraft-Pläne (von links): Irmtraut Albrecht sowie Walter und Inge Wilhelm.

Politisch ist Melsdorf eher eine Gemeinde der moderaten Töne. Am Mittwochabend war das anders. Im Bauausschuss wurde Tacheles geredet. Anlass bot die Windkraftplanung bei den Nachbarn in Quarnbek. „Dort liegen sämtliche Vorteile. Wir haben nur die Nachteile“, kritisierte Carsten Damlos (CDU).

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