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Politiker wollen Buche retten

Bordesholm Politiker wollen Buche retten

Vom „Treppenwitz“, wie Bürger das zu steil gebaute Stufenbauwerk am Bahnhof nannten, wurde lange in Bordesholm geredet. Gibt es jetzt die Insel-Variante? Die Gemeinde will nun doch versuchen, die Buche samt der weit in den Fußweg hineinragenden Bauminsel vor den Fahrradständern am Bahnhof zu retten.

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Schlecht geplant findet Silke Zimmermann die Bauminsel, an der sie sich mit ihrem Fahrrad gerade so vorbei quetschen kann.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Zur nächsten Sitzung des Bauausschusses wird der Baumsachverständige eingeladen, um mit ihm andere Lösungswege als eine Fällung, wie sie vom Ausschuss bereits empfohlen wurde, zu erörtern. Damit Fußgänger den Bereich problemlos passieren können, sind seit einigen Tagen mehrere Abstellplätze für Fahrräder gesperrt.

 Antworten auf die Fragen, warum die Bauminsel so weit in den Fußweg hineinragt und wer dies letztlich zu verantworten hat, gab es im öffentlichen Teil der Gemeindevertretung am Dienstagabend nicht. FDP-Chef Helmut Berger sprach aber von einem „massiven Planungsfehler“. Aus seiner Sicht sind viele Dinge beim Bahnhofsumbau von der Amtsverwaltung und der Städtebauabteilung des Innenministeriums „einfach nur durchgewinkt und vieles nicht ausreichend überwacht worden“. Regina Langholz (SPD) kritisierte: „Manche Dinge kann man als Ehrenamtler nicht erkennen, dafür haben wir doch Planer, für die wir unfassbar viel Geld ausgeben. Nun stehen wir wie die Vollidioten da, davon distanziere ich mich.“ Die Amtsverwaltung reagierte nicht auf diese Vorwürfe.

 SPD-Chef Ronald Büssow räumte ein, dass die Sache mit der Bauminsel „blöde gelaufen“ sei. Ursprünglich hatte er sich im Bauausschuss auch für die Fällung stark gemacht. Massive Einwände von Bürgern hätten ihn aber zum Einlenken bewegt. „Vom Baumgutachter habe ich die telefonische Aussage, dass man die Insel um 20 bis 30 Zentimeter verkleinern könnte. Vielleicht gibt es ja eine bessere Lösung, und man kann die Buche erhalten.“ Auch die Christdemokraten lenkten ein. „Das Ganze ist stümperhaft gemacht worden. Wir sollten klären, um wie viel die Insel genau gekürzt werden kann“, so Dr. Jörg Niedersberg (CDU).

 Seniorenbeiratschef Albert Holzer sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es einige Beschwerden und viel Kopfschütteln über die Bauminsel gebe. Nach seiner persönlichen Meinung müsste man den Baum dort wegnehmen und einen anderen pflanzen. Das Problem bei der ganze Sache sei, dass man Menschen gegen Natur bei der Debatte gegeneinander ausspiele. Wenn die Bauminsel nicht verkleinert werden kann, habe die Gemeinde nur die Chance, alles so zu belassen oder zu fällen. Wenn man Stellplätze für Räder dauerhaft sperrt, könnte auf die Kommune auch eine Rückzahlung von Städtebauförderung in Höhe von 7000 bis 8000 Euro zukommen.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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