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Tragfähige Lösung gesucht

Privatschule Mittelholstein Tragfähige Lösung gesucht

„An der Privatschule Mittelholstein erwartet Ihr Kind in jeder Hinsicht optimale Lernbedingungen.“ Damit wirbt die Privatschule Mittelholstein auf ihrer Homepage. Wie lange noch, das wird das beim Amtsgericht Neumünster beantragte Insolvenzverfahren zeigen.

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Über das Vermögen der Privatschule Mittelholstein läuft beim Amtsgericht Neumünster ein Insolvenzantragsverfahren. Hier das Schulgebäude in Rendsburg.

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Rendsburg. Wie unsere Zeitung am Sonnabend berichtete, ist beim Amtsgericht Neumünster ein Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Privatschule Mittelholstein Verwaltungsgesellschaft mbH anhängig. Geschäftsführer Michael Claßen ist zu 70 Prozent Gesellschafter, den restlichen Anteil hält ein Privatmann, teilte Andreas Jung, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Reinhold Schmid-Sperber aus Kiel, mit. Die GmbH betreibe die Privatschule Mittelholstein gemeinnützige GmbH als einzige Gesellschafterin. Auch dort ist Claßen Geschäftsführer. An den drei Standorten werden 210 Schüler unterrichtet, 130 davon in Rendsburg.

Den Insolvenzantrag habe Claßen gestellt, weil die Liquidität für die Gehaltszahlungen der 35 Angestellten nicht ausreiche. Bis Januar seien die Gehälter gezahlt, von Februar bis April seien die Löhne über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gesichert. Jung: „Realistisches Ziel des vorläufigen Insolvenzverwalters ist es, bis dahin eine tragfähige Lösung zur Weiterführung des Schulbetriebs gefunden zu haben.“

Dafür gebe es zwei Szenarien: entweder den Einstieg eines Investors oder Fortführung aus eigener Kraft. Es gebe Privatschulen als Interessenten. Andererseits seien 150000 Euro erforderlich. Jung: „Diese Summe deckt sich mit dem Rückforderungsanspruch des Landes, weil Zuschüsse von 150000 Euro für geplante, aber nicht eingetretene Schülerzahlen gezahlt worden sind.“

Fragen unserer Zeitung wollte Claßen nicht beantworten. „Ich darf nichts sagen, ich habe mit dem Insolvenzverwalter einen Lotsen an Bord, damit keine Zustände eintreten, die unkontrolliert werden.“

Thomas Schunck betonte, dass das Bildungsministerium die Entwicklung genau beobachtet. „Bei einem vorläufigen Insolvenzverfahren schreiten wir nicht ein“, sagte der Pressesprecher. Es sei das erste Mal, dass einer der 100 Privatschulen im Lande Insolvenz anmelde. Es gebe 803 öffentliche Schulen.

Axel Bornhöft und Ralf Dreeßen, zwei Schülerväter der Privatschule und Geschäftsleute in Rendsburg, sind von Claßen am Sonnabend per Mail unterrichtet worden. „Die Situation ist ärgerlich, Startschwierigkeiten sind bekannt.“ Sein siebenjähriger Sohn bleibe auf der Schule, „denn es wird guter Unterricht geleistet“, so Bornhöft.

Dreeßen, dessen achtjährige Tochter die Schule besucht, gefalle das Konzept mit kleinen Klassen zwischen 13 und 20 Schülern und guten Lehrern. „Ich warte das Elterngespräch ab.“ Aus der Mail vom Sonnabend gehe hervor, dass die Schule Anfang nächster Woche zu Informationsabenden einlädt.

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