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Tote setzte Angeklagtem angeblich Ultimatum

Doppelmord-Prozess Tote setzte Angeklagtem angeblich Ultimatum

Tötete ein 29-Jähriger Mutter und Tochter auf ihrem Pferdehof in Haale? Er sagt nein. Eine Freundin der Toten nennt vor Gericht das mögliche Motiv.

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Auf dem Hof in Haale starben zwei Frauen.

Quelle: Daniel Friederichs/dpa (Archiv)

Kiel. Im Indizienprozess um den Doppelmord an zwei Frauen auf deren Pferdehof in Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hat die beste Freundin der getöteten 57-jährigen Hofbesitzerin ein mögliches Tatmotiv genannt: Wenn der Angeklagte nicht endlich den bereits bezahlten und mehrfach zugesagten gebrauchten Transporter liefere, „dann wollte sie ihr Geld zurück“, schilderte die Freundin am Dienstag vor dem Kieler Landgericht. Laut Anklage tötete der 29-jährige hoch verschuldete Kfz-Mechatroniker die Hofbesitzerin und deren 83 Jahre alte Mutter im Streit um 7900 Euro, die er für das Fahrzeug erhielt.

„Sie hat über vier Monate auf den dringend benötigten Wagen gewartet“, sagte die 46 Jahre alte Krankenpflegerin. Der Angeklagte habe sie immer wieder hingehalten und ständig neue Ausflüchte genannt. Das Auto sei immer wieder Thema gewesen. „Ich hatte ihr gesagt, da stimmt was nicht“, meinte die Frau. Ihre Freundin habe den Angeklagten aber lange wie einen Sohn behandelt und immer wieder in Schutz genommen. Doch dann „wollte sie ihm ein Ultimatum setzen: entweder Transporter oder Geld zurück“.

Am Tag vor ihrem Tode habe ihre Freundin konkret auf die Lieferung des vom Angeklagten nunmehr endlich fest zugesagten Wagens gewartet, sagte die Zeugin. Dann habe sie sie telefonisch nicht mehr erreicht. Telefonprotokollen zufolge rief die 57-Jährige 16 Mal noch bis kurz vor ihrem Tod beim Angeklagten an. Dass die 57-Jährige den Wagen nun konkret erwartete, bestätigten auch andere Zeugen vor Gericht.

Der 29-jährige hatte dies vor der Mordkommission bestritten. Vor Gericht schweigt er. Laut Anklage erschoss er am Abend des 18. November 2014 zuerst die 57-Jährige von hinten und durchtrennte der hinzueilenden Mutter den Kehlkopf und erschoss auch sie.

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Haale-Prozess
Foto: Am Tag nach der Tat: Rund um den Pferdestall in Haale suchten Spezialisten der Polizei nach Spuren. Doch nicht jeder Fund hilft im Verfahren weiter.

Mit der Vernehmung von Zeugen hat die Schwurgerichtskammer am Montag den Prozess um den Doppelmord von Haale fortgesetzt. Zwei Feuerwehrmänner und drei Autofahrer hatten am Abend des 18. November 2014 Beobachtungen auf dem Pferdehof der Opfer gemacht.

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