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960 Fahrverbote für Brücken-Raser

Rader Hochbrücke 960 Fahrverbote für Brücken-Raser

Die Tempo-Blitzer auf der Rader Hochbrücke lassen die Kasse beim Kreis Rendsburg-Eckernförde klingeln. Und es hagelt Fahrverbote wegen Rasens: 960 in diesem Jahr bis Ende September - ein Rekord. Die Rader Hochbrücke ist die Rennstrecke nach Sylt.

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Vier Blitzsäulen kontrollieren die Geschwindigkeit auf der Rader Hochbrücke.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Die Fahrverbote nach einer zu schnellen Fahrt über die Brücke übertreffen die Zahlen aus dem gesamten Kreisgebiet weit. So hatte der Kreis 2015 insgesamt 830 Fahrverbote verhängt, sagte Barbara Rennekamp, die Leiterin der Verkehrsaufsicht, am Dienstag. 

An Bußgeldern hat der Kreis von Temposündern auf der Rader Hochbrücke in diesem Jahr bis Ende September eine Million Euro eingenommen, erklärt Andreas Brück von der Verkehrsaufsicht: „Mehr als erwartet.“ Das wirkt sich aufs Gesamtergebnis aus. Aufs ganze Kreisgebiet bezogen mussten zu schnelle Fahrer bisher 2,3 Millionen Euro zahlen. Fürs ganze Jahr rechnete der Kreis ursprünglich mit 2,5 Millionen. Brück: „Das wird wohl übertroffen.“ 

Vier Blitzsäulen messen seit einem Jahr auf der Rader Hochbrücke, mit der die Autobahn A7 bei Rendsburg den Nord-Ostsee-Kanal kreuzt, das Tempo. Sie sind mit Kameras und Laser ausgestattet und können die Höhe von Fahrzeugen erfassen. So stellten sie Anfang August einen Fahrer mit Tempo 162: 600 Euro Bußgeld und Fahrverbot.

Der landeseigene Betrieb Straßenbau und Verkehr hat die Messstationen für 250000 Euro gekauft, die Polizei wertet die Daten aus. Die höheren Bußgelder landen beim Kreis, die niedrigeren Verwarngelder bis zu 60 Euro beim Land. Auf der Rader Hochbrücke dürfen Lkw 60 km/h und Pkw 100 km/h fahren. Das Tempolimit für Laster gilt, um das marode Bauwerk so lange zu schonen, bis eine neue Brücke gebaut ist.

In den ersten elf Monaten nach dem Einschalten der Säulen wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bis Mitte August 37.652 zu schnelle Fahrer angezeigt - darunter rund 15.600 Pkw-Fahrer und etwa 18.500 Fahrer von Lkw und Bussen.

75.000mal sei zu hohes Tempo folgenlos geblieben. Ursachen seien unter anderem falsche Messungen, nicht lesbare Kennzeichen, nicht erkennbare Fahrer und Fahrzeuge aus Staaten wie Dänemark, mit denen es kein Abkommen zur Verfolgung von Verkehrssündern gibt. Neuere Zahlen habe das Ministerium nicht. „In der Kürze der Zeit“ könne es auch nicht sagen, wie viel Geld die Säulen bisher der Landeskasse einbrachten.

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