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Mehr als 112 000 Raser wurden geblitzt

Rader Hochbrücke Mehr als 112 000 Raser wurden geblitzt

Seit Einführung der Geschwindigkeitskontrollen auf der maroden Rader Hochbrücke vor einem Jahr sind 112.676 Raser geblitzt worden. Sie waren auf der Brücke über dem Nord-Ostsee-Kanal schneller als erlaubt unterwegs, wie Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am Montag mitteilte.

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Seit Einführung der Geschwindigkeitskontrollen auf der maroden Rader Hochbrücke sind 112 676 Raser geblitzt worden.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Die marode Rader Hochbrücke hält wie geplant noch zehn Jahre. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) sieht das als Ergebnis von Tempolimit und Geschwindigkeitskontrollen. Der Neubau soll 2023 beginnen, ein erstes Teilstück drei Jahre später fertig sein. „Wir sind im Plan“, sagte der Minister am Montag an der Rader Hochbrücke, auf der die Autobahn A7 bei Rendsburg den Nord-Ostsee-Kanal überquert. Meyer nannte das 1972 zu den Olympischen Spielen eingeweihte Bauwerk „die wichtigste Brücke in Schleswig-Holstein“.

Tempo 100 für Pkw, höchstens 60 km/h für Lkw und Kontrollen mit vier Blitzsäulen seit einem Jahr wirken. „Die Maßnahmen haben tatsächlich gefruchtet“, sagte Meyer. Die Abschreckung wirke. Bei der jüngsten Hauptuntersuchung der Brücke haben die Ingenieure keine „wesentlichen zusätzlichen Schäden“ an der Brücke entdeckt, versicherte der Minister. Rund 113000 Temposünder seien seit September vergangenen Jahres geblitzt worden, sagte Meyer. Damit sei nicht einmal jedes 100. Fahrzeug zu schnell gewesen. Rekordhalter sei ein Autofahrer gewesen, der mit 214 km/h über die Brücke gerast sei. Nur ein Drittel der Temposünder habe der Staat zur Kasse bitten können, der Kreis Rendsburg-Eckernförde und das Land teilen sich die Einnahmen. Der Rest seien Fehlmessungen – etwa Sprinter, die als Lkw registriert wurden – oder Fahrzeuge mit verschmutzten Nummernschildern und Dänen, die derzeit nicht verfolgbar seien. Spätestens ab Mai kommenden Jahres müssten auch die Dänen zahlen, weil dann der Datenaustausch mit dem Nachbarland möglich sei.

Kauf hat sich gerechnet

Der Kauf der Messsäulen für rund 250000 Euro habe sich dennoch durch entsprechende Buß- und Verwarnungsgelder gelohnt, „das haben wir inzwischen eingespielt“. Bis zum Beginn des Neubaus seien keine weiteren Geschwindigkeitsbegrenzungen geplant, erklärte Minister Meyer. „Aber wir behalten das weiter im Auge.“

Die neue Rader Hochbrücke soll um etwa 17 Meter in östliche Richtung versetzt entstehen. Wohnhäuser müssten dem Neubau nicht weichen, versicherte Bernd Rothe, der zuständige Bereichsleiter der Planungsgesellschaft Deges. 2023 soll der Bau der ersten Nord-Süd-Trasse beginnen und Mitte 2026 fertig sein, kündigte Rothe an. „Wir meinen, dass wir 2026 in jedem Fall einhalten können. Wir haben auch Risikopuffer eingebaut.“ Dann könne der gesamte Verkehr auf der neuen Straße fließen. Zeitgleich beginne der Abriss der alten Brücke, danach starte der Bau des zweiten Straßenbandes. Bis 2029 soll der komplette Neubau stehen. Während der Bauarbeiten soll der Verkehr jederzeit vierspurig über die alte Brücke beziehungsweise das neue Teilstück rollen. Vorbild für diesen Ablauf sei der Bau der Störbrücke bei Itzehoe.

Ende dieses Jahres soll der konkrete Bauplan der neuen Rader Hochbrücke fertig sein, kündigte Deges-Vertreter Rothe an. Ab 2019 beginne das Planfeststellungsverfahren. Klagen gegen den Neubau sollen in einem beschleunigten Verfahren abgewickelt werden. Wer die Brücke verhindern wolle, müsse das beim Bundesverwaltungsgericht versuchen. Eine weitere Instanz gebe es nicht.

Wenn das neue Viadukt über den Nord-Ostsee-Kanal fertig ist, werde es bei Bedarf sechsspurig befahrbar sein. So seien die beiden Fahrbahnen je Richtung 12,50 Meter breit, statt bisher 11,50 Meter. Das Wirtschaftsministerium rechnet mit Baukosten von 270 Millionen Euro, die der Bund trage. Über die Brücke rollen den Angaben zufolge täglich 52000 Fahrzeuge, etwa jedes sechste ist ein Lkw.

Die Deges plant und begleitet den Neubau. Die Rader Hochbrücke ist nach der Sanierung der Autobahn A7 von Hamburg zum Bordesholmer Dreieck das zweite Projekt der Gesellschaft von Bund und Ländern. Die Deges gibt es seit 25 Jahren. Sie hat seitdem rund 1300 Kilometer Autobahnen mit mehr als 100 Brücken geplant, sagte ihr Bereichsleiter Bernd Rothe.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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