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Der Ertrag ist schlechter geworden

Rapsernte Bovenau Der Ertrag ist schlechter geworden

Landwirte freuen sich dieses Jahr nur verhalten über den Raps. Wegen des nasskalten Frühjahrs fällt die Ernte um etwa ein Viertel kleiner aus als 2015. Auch für Lohnunternehmer Marco Baasch aus Bovenau ist das Ernteglück nicht perfekt. Der Marktpreis für die Frucht ist gesunken.

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Ist der Raps erntereif? Für den Feuchtigkeitstest nimmt Landwirt Marco Baasch eine Ernteprobe. Aber auch sein Mähdrescher misst die Werte der Frucht.

Quelle: Beate König

Bovenau/Bredenbek. Mit 3,5 Kilometer pro Stunde frisst sich der Mähdrescher durch den reifen Raps. Dreieinhalb Stunden braucht Fahrer Kurt Decker, dann stehen auf 7,5 Hektar Acker nur noch kahle Stengel. Reste von staubiger Spreu spielen im Wind.

Die Ernte ist auf dem Weg zum Getreidehändler. Sie wurde bereits während der Fahrt aus dem 9000-Liter-Tank des Dreschers auf einen Lkw-Hänger umgepumpt. Auftrag erfüllt. Lohnunternehmer Marco Baasch könnte zufrieden sein. Sein Mitarbeiter Kurt Decker hat den 330-PS-Erntehelfer im Griff. Ein Blick aus der 2,50 Meter hohen Kanzel genügt, um das Erntetempo und die Schnitthöhe des 6,60 Meter breiten Schneidewerkzeug auf die Pflanzendichte im Feld anzupassen. Wie ein Pilot kann Decker auf elektronischen Displays die Befüllung des Erntegut-Tanks und die Feuchtigkeit der Rapskörner prüfen. Der Mähdrescher nimmt automatisch Proben, die Werte werden zu Balkendiagrammen umgewandelt.

Das Ernteglück ist eigentlich perfekt: Das Wetter hat gehalten. „Wir hatten letzte Woche an einem Tag in Brux Regen, in Bredenbek Hagel und zu Hause auf dem Hof schien die Sonne“, sagt Baasch. Morgens um elf Uhr, als der Tau weg getrocknet war, hatte die Ölsaat in den Rapsschoten 7,2 Prozent Feuchtigkeit. Zum Ernten ist der Wert optimal. „Ab neun Prozent müssten die Körner nachgetrocknet werden, das kostet extra.“

Ganz zufrieden ist der Bovenauer jedoch nicht. Raps und Gerste waren früher reif als 2015, die Rekordernte vom Vorjahr stand jedoch nicht auf den Halmen. Die Ursache? Es gab keinen richtigen Winter, das Frühjahr war zu kalt. „Im April hatten wir Schnee, im Mai und Juni dagegen gab es eine zu lange Trockenphase.“ 100 Doppelzentner Wintergerste bringt ein Hektar im Durchschnitt an Ertrag. Dieses Jahr sind es nur 70 bis 80 Doppelzentner. Ein Viertel weniger Raps als 2015 wurde pro Hektar ausgedroschen, nur 32 bis 38 Doppelzentner statt 43 bis 46 Doppelzentner. Die Weltmarktpreise sind niedriger als im Vorjahr. „Die Lager sind noch voll.“ Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer bestätigt die Zahlen: „Die Ernte begann ein, zwei Wochen früher und ist bei Raps und Gerste schlechter ausgefallen, als landesweit erwartet.“ Allerdings mahnt sie zur Geduld: Noch sind die Zahlen nur Prognosen vom Statistikamt Nord.

Für Baasch geht die Ernte auf seinem Feld weiter. „Soll ich heute noch raus oder erst morgen?“ Er guckt nicht mehr in den Himmel, sondern vergleicht vier Wetter-Apps. Genauer wird die Prognose deshalb nicht: Alle machen unterschiedliche Angaben. Das hilft nicht wirklich. Kurzes Zögern, dann steigt er in den Traktor. Heute ist das Wetter gut.

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