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„Kleiner Schritt“ zur Regeneration

Bordesholmer See „Kleiner Schritt“ zur Regeneration

Der 1,15 Kilometer lange und 860 Meter breite Bordesholmer See ist weiterhin ein Gewässer mit einer hohen Nährstoffbelastung – Algenwachstum, geringe Sichttiefen und Sauerstoffmangel sind die Folgen. Daran hat die nach vier Jahren zu Ende gegangene „landwirtschaftliche Beratung“ nichts geändert. Aber das Pilotprojekt im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie war ein Schritt in die richtige Richtung.

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Malerisch schön, aber stark nährstoffbelastet: Der Bordesholmer See mit Blick auf die Klosterkirche

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Durch die Renaturierung des Hauptseezuflusses Kalbaches, die 1998 abgeschlossen worden war, war die Jahresmenge von Phosphor bereits von 2400 auf 1200 Kilo reduziert worden. Nach einer Expertise, die Gudrun Plambeck vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (Flintbek) 2012 anfertigte, fließen derzeit knapp 1100 Kilo pro Jahr hinein. Aus ihrer Sicht müsste die Fracht noch einmal um 500 Kilo gesenkt werden. Das Ingenieurbüro Geries, das die Höfe entlang des Kalbaches in puncto Düngung in den letzten Jahren beraten hatte, geht davon aus, den Eintrag von Phosphor seit Beginn der Beratung 2011 um zehn Prozent gesenkt zu haben. Bordesholms Amtsdirektor Heinrich Lembrecht sprach am Mittwoch bei der Präsentation der Ergebnisse von „einem weiteren, aber kleinen Schritt“ in Richtung Regeneration.

 25 von 45 Betrieben, die 75 Prozent der Flächen am Kalbach ausmachen, sind untersucht und beraten worden. Die Teilnahme der Bauern war freiwillig. Details nannte Hartmut Geries nicht, aber „in der Masse habe man ein gutes Bild“ vorgefunden. Neben dem wichtigen Aspekt der Sensibilisierung nannte Dr. Götz Reimer schon erste Erfolge: Man habe den Maisanbau auf erosionsgefährdeten Flächen reduzieren und den Anbau von Zwischenfrüchten steigern können. Zudem würden einige Landwirte die Gülle auf Nährstoffe hin untersuchen, was Überschüsse reduzieren hilft. Das Problem bei Phosphor: Er verbindet sich mit dem Boden und wird vor allem bei Starkregen in den Kalbach gespült. Mehr Ackerrandstreifen würden da sinnvoll sein, so Reimer.

 Die bei der Ergebnispräsentation anwesenden Landwirte bewerteten die Beratung positiv. Christian Blöcker aus Schmalstede betonte, dass man offen sei, auf Neuerungen einzugehen. „Mal geht es, mal geht es aber nicht.“ Der ehemalige Ortsbauernchef Karl Winzer merkte kritisch an: „Das Ganze ist eine Rechensache, die Marge ist eng. Wir können nicht immer mehr machen und weniger bekommen und dann noch die Zeit mitbringen.“

 Sönke Harder (Hoffeld) merkte an: „Von der Denke her bringt es uns weiter. Keiner hat Nachteile gehabt.“ Die Beratung war kostenlos. Kritisch betonte er: „Gewässerrandstreifen sind ja schön und gut. Wenn man sie aber erst am 1. Juli mähen darf, wie es jetzt vorgeschrieben ist, legt sie keiner mehr an. Dann sind Jakobskreutzkraut, Disteln oder der Ackerfuchsschwanz so weit, dass sie aussähen. Im Getreide möchte ich das nicht haben“. Harder regte an, die Frist vorzuziehen.

 Für die Landwirte gibt es weiter die Möglichkeit der Beratung: Die wird vom Büro Grundwasserschutz Nord aus Kiel übernommen. Für Betriebe im Bereich der Wasserrahmenrichtlinie ist sie weiter kostenlos.

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