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Nur acht Millimeter daneben

Fußgängertunnel in Rendsburg Nur acht Millimeter daneben

Beim Bau galt der Fußgängertunnel in Rendsburg unter dem Nord-Ostsee-Kanal als Meisterwerk. Jetzt ist der Tunnel 50 Jahre alt. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) feiert das nicht. Es würdigt den Tunnel mit einer eigenen Internetseite. Die Verbindung funktioniert nicht immer reibungslos.

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130 Meter lang ist die Tunnelröhre für Fußgänger und Radfahrer.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Zum Beispiel in diesen Tagen. Rolltreppen und Aufzüge stehen nachts immer wieder still. Das WSA begründet das mit Personalnot im Tunnelleitstand am Nordeingang wegen Urlaub und Krankheit. Im Leitstand wacht ein Mitarbeiter auf Monitoren über den Tunnel. 

Wer in der 130 Meter langen Tunnelröhre steht, steht rund 21,5 Meter unter dem Meeresspiegel. Über ihm passieren Traumschiffe, Containerfrachter, Fähren und Luxusjachten den Kanal. Zwischen Tunneldecke und Wasser liegen nur 6,50 Meter. Beim Bau waren die vier fast 56 Meter langen Rolltreppen die längsten in Westeuropa, sagt WSA-Sprecher Matthias Visser.

Der in den 1950er Jahren zunehmende Verkehr führte zum Bau des Fußgängertunnels. Die Autobahn A7 mit Rader Brücke gab es noch nicht, der Nord-Süd-Verkehr rollte über die Europastraße 3 durch Rendsburg. Den Kanal kreuzte sie auf einer Drehbrücke, die nicht mehr ausreichte. Zunächst ersetzte der Autotunnel die Drehbrücke. Zunächst sollten Radfahrer und Fußgänger den Mittelgang zwischen den Röhren nutzen: zu umständlich. 

Ein Jahr nach Eröffnung des Autotunnels begann deshalb im August 1962 der Bau des Fußgängertunnels. Nach einer Bauzeit von nur drei Jahren wurde er am 28. Mai 1965 offiziell eingeweiht, 13 Millionen DM hat der Tunnel gekostet.

Arbeiter ließen drei treppenförmig angeordnete Senkkästen aus Stahlbeton an jedem Ufer ins Bauloch. Für die Röhre trieben 18 hydraulische Pressen im Schildvortrieb später verschraubte und innen mit Beton und Kacheln verkleidete Gusseisen-Ringe in nur eineinhalb Monaten vom Nord- zum Südufer. Der wasserundurchlässige Boden aus der Nacheiszeit war wie geschaffen für die älteste Methode des Tunnelbaus unter Wasser. 

Handwerker und Ingenieure arbeiteten präzise. Am 18 Dezember 1963 traf die inzwischen 130 Meter lange Röhre ihr Ziel, den Sinkkasten am Südufer, nur mit einer Abweichung von acht Millimetern seitlich und 16 Millimetern in der Höhe. Diese Leistung würdigt das WSA seit wenigen Tagen erstmals mit einer eigenen Internetseite für den Fußgängertunnel.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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