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Dieter Reimers ist neuer König

Altstädter Vogelschützengilde Dieter Reimers ist neuer König

Die Altstädter Vogelschützengilde hat einen neuen König: Dieter Reimers. Er löste am Dienstagabend im Schützengrund an der Hindenburgstraße in Rendsburg Christopher Leptien ab.

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Sie lassen den neuen König Dieter Reimers hochleben: Markus Favier (links) und Jörn Matthies.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Der 56 Jahre alte Versicherungskaufmann aus Osterrönfeld holte den Vogel mit einem Schuss aus dem Kleinkalibergewehr am Dienstagabend um 18.45 Uhr von der Stange. Damit dauerte der Wettkampf im Schützengrund an der Hindenburgstraße in Rendsburg außergewöhnlich lang.

Am frühen Morgen wurde die Altstädter Vogelschützengilde bei ihrem Marsch durch die Stadt wieder vom Jugendblasorchester der Christian-Timm-Schule begleitet. Seit 1982 ist Kai Radzanowski der Leiter. Auf die jungen Musiker wartete ein hartes Programm. Ihr Tag endete erst am Abend mit der Präsentation des neuen Königs und dem Großen Zapfenstreich auf dem Altstädter Markt. „Das sind alles junge Leute, die uns bis zum Abend begleiten, die bringen das richtig klasse“, sagt Gilde-Ältermann Thomas Krabbes. Für Radzanowski ist es das vorletzte Mal, dann geht er in Pension. Ob das Jugendblasorchester die Gilde danach weiter begleitet, sei offen, sagte der Lehrer.

Launig, wie gewohnt, ging es am Vormittag zu vor dem Marsch vom Historischen Rathaus am Altstädter Markt zum Conventgarten. „Alle müssen meinen Befehlen folgen“, schwor Gildemajor Hajo Recker die Männer im Rathaus auf Gleichschritt ein. „Die Pauke schlägt immer bei links.“ Dann manövrierte Marc Stühmke die aus den 1950er Jahren stammende Fahne der Gilde durch die niedrige Eingangstür des Rathauses. Sie hängt in dem historischen Gebäude das ganze Jahr über im ersten Stock in einer Glasvitrine neben dem Eingang zum Ratssaal.

Draußen auf dem Kopfsteinpflaster der Mühlenstraße ließ Recker die Männer in einer Reihe antreten und verkündete: „Die Gilde ist hungrig und durstig aber bester Laune.“ Ältermann Thomas Krabbes lobte: „So gut wart Ihr noch nie. Es wird ein schöner Tag.“ Dann intonierte Radzanowski den Präsentiermarsch, und der scheidende König Christopher Leptien nahm die Parade ab. Später sagte er, nach einer anfänglichen Schockstarre habe er sich eingelebt in sein Amt, er könnte noch weitermachen.

Im Conventgarten beim Königsfrühstück war dann Zeit für ernste Themen. Die Sorge um Europa und die Integration von Flüchtlingen dominierte. „Wir mögen von der EU mit ihrer Bürokratie abgestoßen und gelangweilt sein“, sagte Ältermann Thomas Krabbes. „Wenn eine EU jedoch Jahrzehnte an Frieden und Stabilität schenkt, müssen wir sie stärken und stützen. Über allem muss ein gemeinsames Europa stehen zum Schutz unserer Freiheit und unserer Werte.“ Sorge bereite das Erstarken rechtsnationaler Bewegungen. „Beschämend“ nannte der scheidende König Christopher Leptien den Aufschwung der AfD. Kanzlerin Angela Merkel habe mit ihrer Willkommenskultur für Flüchtlinge richtig gehandelt.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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