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Ausschuss will nicht entscheiden

Museen in Rendsburg Ausschuss will nicht entscheiden

In Rendsburg geht die Hängepartie über die Zukunft der Museen im Kulturzentrum Hohes Arsenal weiter. Erneut hat der zuständige Kulturausschuss am Mittwochabend die Entscheidung über ein Konzept zur Modernisierung vertagt. Eine Arbeitsgruppe soll Fragen klären.

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Im Hohen Arsenal am Paradeplatz in Rendsburg sind das Historische Museum und das Druckmuseum unrtergebracht.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Schwer enttäuscht reagierte Museumschef Martin Westphal: „Das ist wie lauwarm in der Badewanne sitzen.“ Der Historiker will nach rund 25 Jahren seinen Museen für Stadtgeschichte und Drucktechnik ein Facelift verpassen und mit Ausstellungsstücken aus der Garnisonszeit Rendsburgs einen neuen Schwerpunkt setzen. Einen Konzeptentwurf hatte Westphal vor einem halben Jahr im Kulturausschuss vorgelegt. Der Ausschuss hatte ihn dazu beauftragt. Seitdem vertagt das Gremium aber die Sache. Wiederholt hat der Historiker erklärt, die Zukunft der Museen stehe auf dem Spiel. So riskiere Rendsburg den Verlust eines Gütesiegels.

Dass die Stadt ins Museum investieren müsse, erklärte Bürgermeister Pierre Gilgenast am Mittwochabend in der Ausschusssitzung: „Wenn wir nicht das Niveau verlieren wollen, müssen wir irgendwann Geld in die Hand nehmen.“ Er habe jedoch Sorge wegen der Haushaltslage der Stadt. „Es ist knapp genug.“ Der Ausschuss bekannte sich zu den Museen, auch eine Ausstellung über die Garnisonsgeschichte sei nötig, ebenso die Modernisierung. Die Stadt solle sich um Fördermittel von Land und Aktivregion kümmern. Ein gemeinsamer Arbeitskreis von Kulturausschuss und Vertretern der Museen solle Detailfragen klären.

Damit hat sich ein von der Fraktion Modernes Rendsburg gestellter Antrag zumindest vorerst erledigt, im kommenden Jahr rund 54000 Euro für ein konkretes Modernisierungskonzept bereit zu stellen. Auch sogenannte kw-Vermerke hinter der Stelle des Museums-Volontärs sowie drei weiteren Angestellten bleiben im Haushaltsentwurf für 2017. „Kw“ ist die Abkürzung für „künftig wegfallend“. Im Klartext: Wenn die Angestellten ausscheiden, gibt es keine Nachfolger. Konkret wird das für den Volontär. Sein Vertrag endet in neun Monaten. Westphal bringt das an den Rand der Verzweiflung: „Mir ist nicht klar, wie ich eine Neukonzeption realisieren soll mit vier kw-Stellen im Rücken.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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