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Dreidimensionales Drucken für alle

Rendsburg Dreidimensionales Drucken für alle

Handyhüllen, Bälle, Verschlüsse fürs Kamera-Batteriefach, Häuser für die Modellbahn: Das alles können 3-D-Drucker im Raum 127 des Berufsbildungszentrums an der Herrenstraße herstellen. Nach den Herbstferien darf jedermann einmal die Woche drucken, zum Beispiel eine Handyhülle für zwei Euro.

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Wolfgang Biehl, der stellvertretende Schulleiter, zeigt ein ferngesteuertes Rennauto aus dem Drucker.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. 3-D-Drucker gehen in die dritte Dimension. Aus einem dünnen Kunststofffaden von der Rolle bauen sie Schicht für Schicht Zahnräder, Bauteile für Flugzeuge oder das Chassis fürs Rennauto in Modellgröße. Drei Maschinen stehen neben Rechnern im ehemaligen Physikraum im Berufsbildungszentrum (BBZ) Nord-Ostsee-Kanal in der Herrenstraße. Ein Projektor wirft eine dreidimensionale Animation auf die Leinwand, den Tisch davor füllen Modelle, die aus dem Drucker kamen: Zahnräder, Nachttischlampe, Bälle, ein Miniaturhaus.

Foto: Auf seinem Bildschirm hat Metalltechnik-Lehrer Christian Maaßen das Chassis für ein Modellauto, anfertigen soll es der 3-D-Drucker.

Auf seinem Bildschirm hat Metalltechnik-Lehrer Christian Maaßen das Chassis für ein Modellauto, anfertigen soll es der 3-D-Drucker.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Wolfgang Biel, stellvertretender Leiter des BBZ ist stolz auf das FabLab. Dieses Fabrikationslabor ist eine offene Werkstatt für jeden. Die Erleuchtung kam dem Pädagogen, als der Verschluss am Batteriefach seiner Kamera kaputt ging. Er hätte das teure Gerät wegwerfen können, wenn er nicht im Internet eine Vorlage zum Drucken des kleinen Plastikteils gefunden hätte. Für Biel war das der Beweis, dass 3-D-Drucker auch alltagstauglich sein können: „Das war für mich eine sinnvolle Anwendung für den Verbraucher.“ Danach war es vom dreidimensionalen Drucken für den Schulgebrauch zum FabLab für jedermann nur ein Schritt. 

Jeden Dienstag ist es nach den Herbstferien in der Zeit von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Christian Maaßen, Lehrer für Metalltechnik und Wirtschaft/Politik, erklärt: „Unser Ziel ist, für Technik zu begeistern.“ Wolfgang Biel, der stellvertretende Schulleiter, will mit dem Angebot auch junge Leute erreichen, die ihre Freizeit vor dem Rechner verbringen: „Wir wollen Nerds aus der virtuellen Welt in die reale Welt der Produktion holen.“

Die Voraussetzungen fürs Drucken in der dritten Dimension seien einfach. Die Vorarbeit läuft auf dem heimischen Rechner. Zunächst müsse auf dem Bildschirm die virtuelle Vorlage für das Objekt entstehen. Biel: „Mein muss dafür kein teures Programm kaufen.“ Die Software gebe es unentgeltlich im Internet. Der Entwurf wird im BBZ von einem USB-Stick in den Drucker eingespeist. Dann baut die Maschine das Modell Schicht für Schicht. „Am nächsten Morgen oder noch am Nachmittag nehmen Sie es mit nach Hause.“ Abgerechnet wird nach Gewicht des Objekts.

Foto: Ein Kunststoffball entsteht im 3-D-Drucker.

Ein Kunststoffball entsteht im 3-D-Drucker.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Für den Schulgebrauch hat das Berufsbildungszentrum vor eineinhalb Jahren den ersten 3-D-Drucker angeschafft. Die Methode „zieht in die Fertigungstechnik ein“, erklärt Wolfgang Biel. Der Flugzeughersteller Airbus sei ein Beispiel dafür.

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Hans-Jürgen Jensen
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