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Sand im Getriebe

Rendsburg Sand im Getriebe

Bei der Besetzung einer Spitzenstelle im Rendsburger Rathaus ist Sand ins Getriebe geraten. Es geht um die Nachfolge des Leiters im Fachbereich für Bürgerdienste. Womöglich muss das Rathaus die Stelle neu ausschreiben - dazu rät eine Kieler Anwaltskanzlei.

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Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast hat eine Kieler Anwaltskanzlei um Rat bei der Besetzung eines Spitzenpostens im Rathaus gebeten.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Eigentlich schien die Sache Anfang Oktober klar: Bernd Brommann sollte in Rendsburg die Nachfolge von Herbert Schauer übernehmen, der Anfang nächsten Jahres in den Ruhestand geht. Brommann ist büroleitender Beamter im Fockbeker Rathaus. Überregional ist der 52-Jährige als Geschäftsführer des Kreis-Gemeindetags bekannt. 

In Rendsburg hatten sich zunächst zwölf Kandidaten auf die Ausschreibung der Stadt beworben. Die Suche nach einem geeigneten Fachbereichsleiter führte in ein sogenanntes Assessment Center mit nur wenigen ausgewählten Bewerbern. Dies ist ein Verfahren, in dem Kandidaten in Gruppen- und Einzelgesprächen auf ihre Eignung geprüft werden. Häufig gehört auch ein Stresstest dazu. 

Im Fall der Schauer-Nachfolge hatte Rendsburg das Kompetenzzentrum für Verwaltungs-Management der Hochschule Osnabrück eingeschaltet. Dieses prüfte die in die enge Auswahl gekommenen Kandidaten in Disziplinen wie „Strategisches Denken und Handeln“, „Mitarbeiterführung und Motivation“ sowie „Auftreten und Belastbarkeit“.

Kaum hatte sich Gilgenast entschieden, dem Senat Brommann zur Wahl vorzuschlagen, kam Widerstand aus dem Umfeld eines unterlegenen Kandidaten. In Rundschreiben ohne Absender mahnt dieses „Ehrlichkeit und Gerechtigkeit“ sowie eine „diskriminierungsfreie Bestenauswahl“ an. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, dass der unterlegene Bewerber - ein Polizeibeamter aus Berlin - im Assessment Center teils deutlich besser abgeschnitten habe als Brommann. 

Er habe daraufhin die Kieler Kanzlei Weißleder und Ewer eingeschaltet und diese um Prüfung des Ausschreibungs- und Besetzungsverfahrens gebeten, bestätigte der Bürgermeister dieser Zeitung. Diese habe einen anderen Fehler gefunden, sagte Gilgenast am Mittwoch. Möglicherweise seien Bewerbungsunterlagen nicht vollständig. Die Juristen empfahlen, die Ausschreibung aufzuheben und zu wiederholen. 

Es sei „ein Irrglaube“, dass der Gewinner eines Assessment Centers automatisch auch die Stelle bekomme, sagte Gilgenast weiter. Das sehe auch die Kieler Anwaltskanzlei so. Es gebe weitere Kriterien wie das bisherige Arbeitsfeld eines Kandidaten. Im Extremfall könnte ein gescheiterter Bewerber gegen eine Stellenvergabe klagen. Dafür gebe es aber momentan keine Hinweise, sagte Gilgenast.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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