23 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Nur jeder Fünfte reagierte

Dichtheitsprüfungen Nur jeder Fünfte reagierte

Schneller als gedacht arbeitet der Kreis die Dichtheitsprüfungen von Kanalrohren auf Privatgrundstücken in Wasserschutzgebieten ab. Denn die erwartete Flut an Unterlagen kam noch nicht. Nur 920 Eigentümer haben bisher reagiert. Rund fünfmal so viele hätten bis Ende 2015 abgeben müssen. Nun kommen Mahnschreiben.

Voriger Artikel
Millionenschaden an Schwebefähre
Nächster Artikel
Schwebefähre auf der Kippe

Schon viel geschafft: Im Büro von Diplom-Ingenieur Hans-Jörg Tresselt stapeln sich die bearbeiteten Unterlagen über Dichtheitsprüfungen.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Dichtheitsprüfungen muss vorlegen, wer ein Haus in einer Wasserschutzzone hat. Fachfirmen bieten die Untersuchungen an. Sie fahren mit Kameras auf der Suche nach undichten Stellen durch Abwasserrohre und kontrollieren die Wände von privaten Kontrollschächten. Bei Schäden geben die Firmen Sanierungsvorschläge. bis zum 31. Dezember mussten Eigentümer von rund 4500 Grundstücken die Unterlagen bei der Wasserbehörde des Kreises vorlegen. Betroffen waren in erster Linie Rendsburger, Fockbeker, Eckernförder, Bordesholmer und Wattenbeker Bürger. Bei seinen Sanierungsauflagen folgt der Kreis in der Regel den Empfehlungen der Firmen. Ralf-Dieter Beck, stellvertretender Leiter des Fachdienstes Umwelt im Kreishaus sagt: „Das Unternehmen hat die Verantwortung für eine sachgerechte Sanierung. Wir machen keine eigene Vorgaben.“

Gut 5000 Euro sollte eine Rendsburger Familie für die komplette Sanierung ihres Abwasserschachtes ausgeben. Mit kleinerem Aufwand wäre die Reparatur für knapp 1400 Euro zu machen, das sei aber nicht dauerhaft. Wurzeln waren durch Risse eingedrungen. Das Ehepaar wollte den Preis nicht zahlen. Es nahm das Angebot einer anderen Firma an. Ergebnis: Kosten von gut 600 Euro. Die Rendsburger erteilten den Auftrag. Der Kreis akzeptierte die Lösung.

Immer wieder melden sich bei Hans-Jörg Tresselt in der Kreis-Wasserbehörde entsetzte Bürger mit teuren Sanierungsangeboten. „Ich rate zu Vergleichsangeboten - auch zu einer Alternativlösung. Wir wollen niemanden ins Unglück stürzen. Deshalb fühlen wir uns zu Ratschlägen verpflichtet.“ Zusammen mit einer Kollegin bearbeitet der Diplom-Ingenieur die bislang eingegangenen Unterlagen. Tresselt: „Wir haben alle 920 Unterlagen durchgeschaut. Alles ist aufgearbeitet.“

Wer Risse dichten oder kaputte Rohre ersetzen muss, bekommt ein Schreiben des Kreises, sagt Ralf-Dieter Beck, der stellvertretende Leiter des Umweltamts. Die letzte Briefe sollen nach seinen Worten in diesen Tagen das Kreishaus verlassen.

Die bisherige Bilanz falle positiv aus. Von den 920 kontrollierten Schmutzwassersystemen seien 640 ohne Mängel, sagten Beck und Tresselt am Dienstag. Von den 280 undichten Leitungen seien rund 50 nicht mehr zu retten. Bei solchen Totalschäden müssten die Rohre ersetzt werden. Sanierungen kosteten „in der Regel kaum weniger als 1000 Euro“, sagte Tresselt. Die meisten Hausbesitzer müssten mit Ausgaben von 2000 bis 3000 Euro rechnen. Bei größerem Aufwand wie dem Ersatz kaputter Rohre könnten bis zu 10.000 Euro und mehr anfallen. Der Kreis setze Fristen von bis zu drei Jahren für die Sanierung.

Auffällig viele große Schäden gebe es in der gut 70 Jahre alten Finnenhaussiedlung in Bordesholm mit rund 200 Grundstücken. „Da muss jedes Grundstück saniert werden“, sagt Hans-Jörg Tresselt. Teilweise müssten die Eigentümer die Böden von ihren Kellern aufbrechen, um kaputte Leitungen zu tauschen. Den Bewohnern sei das bekannt. Die ersten Rohre seien schon saniert.

Wer noch keine Unterlagen beim Kreis eingereicht hat, muss mit einer Mahnung rechnen, sagt der stellvertretende Leiter des Kreis-Umweltamts Beck. Voraussichtlich in etwa drei Monaten gingen die Briefe auf die Reise, um Nachzüglern noch Zeit zu lassen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Events: Rendsburg

Veranstaltungen in
Rendsburg. Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3