18 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Ersatzfähre "Falckenstein" in der Sinnkrise

Rendsburg Ersatzfähre "Falckenstein" in der Sinnkrise

Weiter Flaute auf der „Falckenstein“: Auch auf der neuen Strecke neben der Eisenbahnhochbrücke in Rendsburg fahren nicht mehr Passagiere mit. 199 ergab die jüngste Zählung für einen Tag. Damit stellt sich die Frage nach dem Sinn. Denn der Einsatz als Ersatz für die Schwebefähre kostet täglich rund 2400 Euro.

Voriger Artikel
Die Diebe kamen gleich zwei Mal
Nächster Artikel
Allerlei für jeden Geschmack

Der Einsatz der "Falckenstein" in Rendsburg kostet rund 2400 Euro am Tag.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Ohnehin ist jetzt erst einmal Schluss mit den Überfahrten für Fußgänger, Radfahrer und Rollstuhlfahrer. In den Herbstferien kreuzt der Kieler Schlepper nicht in Rendsburg den Nord-Ostsee-Kanal. Die „Falckenstein“ soll die Anfang Januar bei einem Zusammenstoß mit einem Frachter zerstörte Schwebefähre ersetzen. Die Fahrten kosten die Fahrgäste nichts, ebenso wie früher auf der Schwebefähre, die zwischen Osterrönfeld und Rendsburg pendelte.

Über den künftigen Fahrplan der Ersatzfähre entscheide voraussichtlich im November ein Arbeitskreis mit Vertretern der Stadt Rendsburg, der Gemeinde Osterrönfeld, des Kreises sowie des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA), sagt WSA-Sprecher Matthias Visser. Eine Einstellung stehe aber nicht zur Debatte: „Wir gehen davon aus, dass die Fähre gebraucht wird, die Frage ist nur wie.“ Ziel sei „eine Optimierung“ des Fahrplans. Dabei seien auch weniger Fahrten denkbar, womöglich nur noch bei Problemen im Fußgängertunnel und bei Großveranstaltungen. „Wir möchten eine vernünftige, den Nutzern entsprechende Lösung.“ Visser betonte, der Arbeitskreis wolle einvernehmlich zu Ergebnissen kommen. „Alle sollen das abnicken.“ Der WSA Sprecher sagte auch, seine Behörde könne die „Falckenstein“ auch von einem Tag auf den anderen abbestellen.

Die Schwebefähre stehe indes nicht infrage, betonte Visser. Nach wie vor halte seine Behörde an einem Neubau fest: „Wir brauchen unbedingt eine leistungsfähige Verbindung über den Kanal, und das ist die Schwebefähre, die ist goldrichtig.“

Seit Mitte Juli kreuzt der Kieler Schlepper an Schultagen und bei Großveranstaltungen über den Kanal. Die Entscheidung für diesen ständigen Einsatz fiel Ende Juni im Bundesverkehrsministerium nach massivem öffentlichem und politischem Druck aus der Region Rendsburg: Enak Ferlemann (CDU), der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, pfiff das WSA öffentlich zurück. Bis dahin hatte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt die „Falckenstein“ nur bei Problemen im Fußgängertunnel und bei Großveranstaltungen einsetzen wollen. So fuhr der Schlepper erstmals im Juni, als die Fahrstühle ausgefallen waren.

Seit Anfang dieser Woche pendelt der Schlepper neben der Eisenbahnhochbrücke. Diese Route sollte ihr mehr Passagiere bringen. Die Hoffnung hat sich noch nicht erfüllt. In der Zeit davor war der Schlepper mehrere hundert Meter näher am Fußgängertunnel unterwegs.

Die "Falckenstein" soll hauptsächlich Schulkinder über den Nord-Ostsee-Kanal bringen. Tatsächlich nutzen Osterrönfelder Kinder und Jugendliche auf ihrem Fahrradweg zu Rendsburger Schulen die Fähre aber kaum. Sie fahren lieber durch den Fußgängertunnel. Der Grund ist offensichtlich: Die Fähre spart keine Zeit.

Zwar ist es von Mitte Osterrönfeld zum Paradeplatz in Rendsburg laut Kartendienst Google Maps über die Fähre kürzer als durch den Tunnel, aber es geht nicht schneller für Rafahrer. So dauert es per Rad zwölf Minuten vom Osterrönfelder Kreisel bei Hohe Luft zur „Falckenstein“ und anschließend in Rendsburg durch die Straße Am Kreishafen und die Kaiserstraße. Durch den Tunnel sind es am Kamp entlang und durch die Moltkestraße 13 Minuten. Dabei sind Wartezeit an der Anlegestelle, Übersetzen und Tunnelfahrt herausgerechnet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

Mehr zum Artikel
Rendsburger Fußgängertunnel
Foto: Wenn der Fahrstuhl im Rendsburger Kanaltunnel ausfällt, kommt bei Anruf ein Taxi.

Es ging schneller als gedacht: Die teure Ersatzfähre „Falckenstein“ fährt vorerst nicht mehr neben der Eisenbahnhochbrücke. Bei Problemen im nahe gelegenen Rendsburger Fußgängertunnel bietet das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) ab sofort ein Taxi an. Die Behörde zahlt.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3