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"Falckenstein" kommt auf den Prüfstand

Rendsburg "Falckenstein" kommt auf den Prüfstand

Die „Falckenstein“ steht am kommenden Dienstag auf dem Prüfstand. Sie befindet sich in der Sinnkrise. Der Schlepper pendelt als Ersatz für die Schwebefähre zwischen Osterrönfeld und Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal. Nur wenige Passagiere fahren mit.

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Kaum Passagiere an Bord der "Falckenstein".

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Der Kieler Schlepper „Falckenstein“ kreuzt seit Juli an Schultagen sowie bei Großveranstaltungen wie dem Rendsburger Herbst oder dem Canal Cup regelmäßig über den Nord-Ostsee-Kanal. Von Anfang an fuhren nur wenige Passagiere mit. Den bisherigen Rekord erreichte das Schiff nach einer Statistik des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) mit 350 Passagieren am 27. Juli. An dem Tag waren die Fahrstühle im nahen Fußgängertunnel ausgefallen. Seither schwanken die vom WSA veröffentlichten Zahlen zwischen 100 und 200. Im Fußgängertunnel sind durchweg mehr als zehnmal so viele Menschen unterwegs. Ein Einsatztag der „Falckenstein“ kostet nach WSA-Angaben rund 2400 Euro. Fahren also nur 100 Leute mit, kostet das pro Kopf 24 Euro.

Mitte Oktober änderte die „Falckenstein“ ihre Route, statt mehrere hundert Meter entfernt von der Eisenbahnhochbrücke fährt sie inzwischen neben der Hochbrücke, an der die Schwebefähre hing. Die Hoffnung war, dass mehr Passagiere an Bord gehen - besonders Schüler aus Osterrönfeld. An der schlechten Auslastung hat sich aber nichts geändert. So setzten am 9. November rund nur 140 Passagiere über. Osterrönfelder Kinder und Jugendliche nutzen auf ihrem Radweg zu Rendsburger Schulen die Fähre kaum. Sie fahren lieber durch den Fußgängertunnel. Der Grund ist offensichtlich: Die Fähre spart keine Zeit.

Angesichts der schlechten Zahlen sagte WSA-Sprecher Visser am Freitag: „Dass wir eine Situation haben, ist wohl unbestritten. Es ist eine Situation, über die man reden muss. Momentan sind die Verkehrszahlen anders, als wir sie uns gewünscht hätten.“

Das WSA wollte die „Falckenstein“ anfangs nur bei Großveranstaltungen und Problemen im Fußgängertunnel einsetzen. Die Entscheidung für einen ständigen Einsatz fiel im Juni nach massivem öffentlichem und politischem Druck aus der Region im Bundesverkehrsministerium: Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) pfiff das WSA öffentlich zurück.

Die schlechten Passagierzahlen der „Falckenstein“ sind am kommenden Dienstag Thema einer Gesprächsrunde von Vertretern der Stadt Rendsburg, der Gemeinde Osterrönfeld und des Kreises beim WSA. Seine Behörde strebe da einen Konsens an, erklärt Visser. „Wir müssen das im Einvernehmen regeln.“ Es gehe „um eine Optimierung“ der Fährlinie. So sei ein anderer Fahrplan denkbar. Nach dem Gespräch und vor einer Entscheidung müsse sich das WSA mit der vorgesetzten Direktion in Bonn und dem Bundesverkehrsministerium absprechen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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Foto: Wenn der Fahrstuhl im Rendsburger Kanaltunnel ausfällt, kommt bei Anruf ein Taxi.

Es ging schneller als gedacht: Die teure Ersatzfähre „Falckenstein“ fährt vorerst nicht mehr neben der Eisenbahnhochbrücke. Bei Problemen im nahe gelegenen Rendsburger Fußgängertunnel bietet das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) ab sofort ein Taxi an. Die Behörde zahlt.

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