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Wenig Interesse an Ersatzfähre

Nord-Ostsee-Kanal Wenig Interesse an Ersatzfähre

Die ständige Ersatzfähre über den Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg am Dienstag ihren Betrieb aufgenommen. Die erste Fahrt startete um 7 Uhr am Südufer. Nur wenige Passagiere nutzten das Angebot.

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Nur wenige Passagiere nutzten das Angebot in der ersten Stunde.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) setzten zwischen 7 und 8 Uhr nur 35 Passagiere mit dem Kieler Schlepper „Falckenstein“ zu Fuß oder mit dem Fahrrad vom Süd- zum Nordufer über. In die umgekehrte Richtung waren es sechs Fahrgäste. Die „Falkenstein“ fuhr in der ersten Stunde in jede Richtung drei Mal. Bis zum Betriebsschluss um 15 Uhr zählte die Behörde 111 Passagen zum Nordufer und 114 nach Süden. Sie spricht von Passagen, weil Passagiere bei Hin- und Rückfahrt doppelt gezählt werden könnten. Zusätzlich seien 20 Menschen an Bord gegangen, um auf dem Schlepper Mittag zu machen.

Früh morgens war der nahegelegene Fußgängertunnel voll wie immer. Von 7 bis 8 Uhr seien 943 Menschen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Mofa in der Röhre, ihren Rolltreppen und Fahrstühlen unterwegs gewesen, berichtete Matthias Visser, Sprecher des WSA Kiel-Holtenau. Wie auf der Perlenschnur aufgereiht standen Schulkinder und Berufstätige in langen Reihen auf den Rolltreppen in Richtung Rendsburg. 

Die „Falkenstein“ soll an Schultagen in der Zeit von 7 bis 15 Uhr die zerstörte Schwebefähre ersetzen und den nahe gelegenen Fußgängertunnel entlasten. Außerdem soll sie ab 25. Juli auch in der ersten Woche der Sommerferien kreuzen. Bei Großveranstaltungen wie der Norla soll der Schlepper auch sonnabends und sonntags über den Kanal fahren. Außerhalb des Betriebs liegt er im Hafen des Rendsburger WSA-Bauhofs.

Nach den ersten Plänen sollte die Fähre nur gelegentlich pendeln – bei Ausfällen der Fahrstühle im Fußgängertunnel und bei Großveranstaltungen. Die „Falckenstein“ sollte sicherstellen, dass Menschen, die auf die Lifte angewiesen sind, trotzdem ans andere Ufer gelangen. Ihr Einsatz kostet nach Angabe des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts täglich rund 2400 Euro. Bis Ende des Jahres kommen so rund 200000 Euro zusammen. Auch wenn die Fähre Schultag für Schultag den Kanal kreuzt, gebe es keinen Rabatt, sagte Visser. 

Der Vertrag mit der Kieler Schlepp- und Fährgesellschaft laufe bis Ende dieses Jahres. Fürs kommende Jahr bereite seine Behörde eine europaweite Ausschreibung vor, kündigte Visser an. Die neue Fähre solle dann barrierefrei sein. „Das ist der Wunsch der Verwaltung.“ Zwar setze die „Falckenstein“ jetzt eine bessere Gangway ein als beim ersten Versuch Anfang Juni, trotzdem sei „eine gewisse Barriere noch da“. Dies sei „noch nicht optimal“. Auch wenn der Decksmann Gehbehinderten auf den Schlepper helfe.

Die Bürgermeister von Rendsburg und Osterrönfeld, Pierre Gilgenast und Bernd Sienknecht, hatten die Ersatzfähre gefordert. Über die Kosten im Verhältnis zum Nutzen klagte vor 9 Uhr ein Jogger am Rendsburger Ufer: „Unglaublich, was hier an Geld rausgeschmissen wird.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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