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Stadtgeschichte für Flüchtlinge

Rendsburg Stadtgeschichte für Flüchtlinge

Das Historische Museum in Rendsburg hat am Montag früh erstmals eine Führung für zehn Flüchtlinge angeboten. Dass sie zwei Stunden lang konzentriert bei der Sache waren, überraschte Lars Mischak. Der Volontär erklärte der Gruppe die Stadtgeschichte, die Führung für Flüchtlinge war seine Idee.

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Lars Mischak erklärt den Flüchtlingen die Geschichte Rendsburg am historischen Modell der Altstadt.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Die mächtigen Tischvitrinen mit den historischen Stadtmodellen aus gesägten und bemalten Häusern, begrünten Wällen und kleinen Bäumen bestimmen die Halle im ersten Stock des Historischen Museums im Hohen Arsenal am Paradeplatz. Hier beginnt Lars Mischak an der ersten Vitrine seine Führung: „Das ist Rendsburg um 1600. Vieles was wir hier sehen, gibt es heute noch.“ Der Volontär zeigt auf die Marienkirche, die Hohe Straße und die Seitengassen. „Wenn Sie heute durch Rendsburg gehen oder mit dem Fahrrad fahren, werden Sie vieles wiedererkennen.“

Konzentriert fixieren seine Zuhörer Details unter der Glashaube. Gleich geht es weiter zum Modell, das die Zeit um 1830 zeigt. „Was ist anders?“, fragt Mischak. „Größere Mauern“, „Bäume“, „die Stadt ist größer geworden“, hört er als Antworten. Rendsburg war mittlerweile Garnisonsstadt und sollte an der Südgrenze Dänemarks Bollwerk gegen Deutschland sein, sagt der Museums-Volontär. Rendsburg als Heerlager für Soldaten führt zum nächsten Stichwort, zum 30-jährigen Krieg, der ein Drittel der Bevölkerung Europas ausgelöscht habe. Den Besuchern stockt der Atmen.

„Man kommt nach Deutschland mit anderen Gedanken“, sagt der Afghane Shafi Wassal. „Wenn ich das höre, erinnert es mich daran, bei uns gab es auch Krieg.“ Für Lars Mischak war diese Stelle seiner Führung „auch Gänsehaut“. Die historischen Modelle mit den Wällen kommen Nezamaddin Naziri vor wie „Wohnungen mit Mauern“. Der 25 Jahre alte Afghane lebt seit neun Monaten in Rendsburg, ein Freund übersetzt seine Worte: „Ich hätte nie gedacht, dass hier mal Mauern waren.“ Bei der Führung ist er dabei „aus Interesse an der Stadt.“

Führungen für Flüchtlinge anzubieten, „das war meine Idee“, sagt Mischak. „Identifikation mit der Stadt kann entstehen, wenn man die Geschichte kennt. Unser Auftrag ist, Rendsburgern die Geschichte zu vermitteln. Da die Flüchtlinge jetzt auch Rendsburger sind, gehört eine solche Führung dazu. Wir wollen ihnen helfen, hier Fuß zu fassen.“ Weitere Führungen durch die Ausstellung sollen folgen.

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