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Fischer beraten über schärfere Fangquoten

Landesfischereiverband Fischer beraten über schärfere Fangquoten

Forscher wollen die Fangmenge für Dorsch drastisch reduzieren - deshalb bangen Fischer um ihre Existenz. Bei einer Tagung des Landesfischereiverbands wollen sie die Folgen der Forderung beleuchten.

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Über eine drohende drastische Reduzierung der Dorschmenge diskutiert der Landesfischereiverband bei einer Mitgliederversammlung am Freitag in Rendsburg.

Quelle: Christian Charisius/ dpa (Archiv)

Rendsburg. Über eine drohende drastische Reduzierung der Dorschmenge diskutiert der Landesfischereiverband bei einer Mitgliederversammlung am Freitag in Rendsburg. „Wenn es dazu kommt, müssen wir die Fischerei einstellen“, sagte der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes, Lorenz Marckwardt, zu dem Vorschlag, die Quote 2017 um mehr als 85 Prozent abzusenken.

Die Empfehlung stammt vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES). Auf ihrer Basis wollen EU-Kommission und Ministerrat demnächst die Fangmengen festlegen. Bei dem Verbandstreffen will der Rostocker Fischereibiologe Christopher Zimmermann, Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei und ICES-Mitglied, den Fischern die Bestandsentwicklung darlegen. Auch die für Fischerei zuständige Staatssekretärin Silke Schneider sowie Ulrike Rodust (SPD), Mitglied im Fischereiausschuss des Europaparlaments, werden erwartet.

Für die Berufsfischer war 2015 ein schwieriges Jahr: 46 Fischer im Haupt- oder Nebenerwerb in Schleswig-Holstein hätten aufgegeben, heißt es im Jahresbericht des Fischereiverbandes. Zwei Kutter und 28 Boote seien stillgelegt, die Dorschquote bereits reduziert worden.

„Dieses Jahr haben wir schon eine Senkung hinnehmen müssen“, kritisierte Marckwardt. Er glaube zwar nicht, dass die 85-Prozent-Empfehlung eins zu eins umgesetzt werde, befürchte aber dennoch einen Rückgang der Fangquote: „30 oder 50 Prozent Reduzierung wären ein Sterben auf Raten.“

Das ICES hatte anstatt der - wegen starker sauerstoffreicher Salzwasser-Ströme - erwarteten Erholung der Dorschbestände in der Ostsee überraschenderweise einen nahezu vollständigen Ausfall des Nachwuchsjahrgangs registriert. Dorsch ist aber als „Brotfisch“ die wichtigste Einkommensquelle der Fischer auf den noch rund 400 Kuttern und Booten an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins. Landesweit arbeiten knapp tausend Fischer in dem Beruf.

dpa

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