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Flüchtlinge Sie helfen schon

Sie waren Flüchtlinge, jetzt sind sie Helfer. Die beiden Syrer Kawa Taher und Noraldin Sheik Mohammad und die aus dem Libanon stammende Manal Youness engagieren sich bei der Feuerwehr, als Übersetzer und Vormund. Zum Internationalen Tag des Ehrenamts lobt die Volkshochschule Rendsburg sie als Vorbilder.

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 Kawa Taher (von links), Manal Youness und Noraldin Sheik Mohammad kamen als Flüchtlinge.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Das Pressegespräch am Donnerstag in der Volkshochschule hat noch gar nicht angefangen, da plaudern Kawa Taher und Noraldin Sheik Mohammad – auf Kurdisch. Die deutschen Gäste am Tisch verstehen rein gar nichts. „Genauso geht es Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, sie verstehen kein Wort“, sagt Rainer Nordmann, der VHS-Leiter.

So ging es auch Noraldin Sheik Mohammad, als er vor 14 Jahren kam. Er fühlte sich „blind, taub“ im fremden Land. „Ich habe Hilfe gebraucht. Aber ich bekam keine Hilfe.“ Der neuen Generation von Flüchtlingen soll es besser gehen. „Die kommen aus meinem Land. Ich will den Leuten helfen, auf eigenen Beinen zu stehen.“ Deshalb hat der Syrer mit deutschem Pass nach seiner Arbeit als VHS-Hausmeister im ehemaligen Flüchtlingscamp an der Büsumer Straße als Dolmetscher geholfen, teils sieben Stunden am Tag.

Dass Flüchtlinge sich ehrenamtlich einsetzen, müsse bekannt werden, sagt Rainer Nordmann. „Wir wollen dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut werden.“ Die drei Flüchtlinge sollen ein Beispiel sein, „dass es für alle möglich ist, sich zu integrieren.“

Kawa Taher steht noch am Anfang dieses Weges. Der Kurde aus Syrien lebt seit einem Jahr in Deutschland, in Wasbek. „Ich war ganz neu in dem Dorf. Ich wollte Kontakte zu Deutschen bekommen“, dolmetscht Noraldin Sheik Mohammad. Den Kontakt fand er vor einem halben Jahr in der Feuerwehr, wo er Anwärter ist. „Wir bilden ihn aus, im März besucht er einen Lehrgang“, sagt Wehrführer Heinrich Kühl. „Er fährt auch schon mal mit zu Einsätzen.“ Ansonsten baut Kawa Taher bei Übungen Beleuchtung auf, pumpt mit der Tragkraftspritze Wasser und lernt die Fahrzeugausrüstung kennen. „Er macht jetzt eine richtige Ausbildung, das heißt, er lernt die Geräte kennen“, sagt Kühl. „Natürlich fühle ich mich wohl“, erklärt Kawa Taher, „Hauptsache, erst mal weg vom Krieg.“ Angesichts der Überalterung könnten junge Flüchtlinge wichtig für Feuerwehren werden, findet Fritz Kruse, der stellvertretende Kreiswehrführer. „Wir müssen die Chance jetzt beim Schopfe packen.“

Die Integration kann bei Manal Youness als vollzogen gelten, als Kind floh sie mit ihrer Familie aus dem Libanon, seit 31 Jahren lebt sie hier, spricht fließend deutsch, hat die Staatsbürgerschaft angenommen. Sie arbeitet bei der Pflege Lebensnah in der Verwaltung. Sie kümmert sich um minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, geht mit ihnen zum Arzt oder zu Behörden. Für fünf Jungs aus Syrien hat sie die Vormundschaft. „Mein Sohn ist 16 Jahre alt. Die Jungs, die ich betreue, sind auch in dem Alter. Die sollen ja nicht hier ankommen und auf der Straße landen.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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