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Auch Flüchtlinge bestimmen das Bild

Asylsuchende Auch Flüchtlinge bestimmen das Bild

670 Flüchtlinge leben an diesem Mittwoch im Camp in der Büsumer Straße in Rendsburg. Täglich kommen rund 300 neue Asylsuchende in Neumünster an, es sei noch offen, wie viele Menschen nach Rendsburg weiter reisen, sagt das Landesamt für Ausländerangelegenheiten. Zurzeit könne das Camp 700 Flüchtlinge aufnehmen.

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Zwei Flüchtlinge aus Eritrea in Rendsburg.

Quelle: Malte Kühl

Rendsburg. Nach und nach bestimmen auch Flüchtlinge das Bild Rendsburgs. Hauptsächlich im Norden im Gewerbegebiet sind sie unterwegs, mal zu zweit, mal zu dritt, mal in Familienverbänden und mit Kinderwagen. Sie erkunden die Umgebung des Erstaufnahme-Camps, ein Gewerbegebiet an der Büsumer Straße. Wie Michael Haile und Abraham Ghebrelibanos. Die beiden sind aus Eritrea geflüchtet und am Sonntag mit einem Reisebus im Camp angekommen. 

Ihr Weg nach Deutschland führte durch die Wüste an die libysche Küste, von dort aus in einem schwankenden Schlauchboot übers Mittelmeer nach Italien und mit dem Zug weiter nach Norden. „It`s good, no danger“, sagt Michael Haile. Es sei gut, hier zu sein, hier bestehe keine Gefahr für sie. Die beiden 19 und 21 Jahre alten Männer sind, so sagen sie, an diesem Mittwochvormittag erstmals außerhalb des Camps unterwegs. Die Stimmung im Lager sei gut. Die beiden Männer aus Eritrea sprechen kein Wort Deutsch und kaum Englisch.

Von der Büsumer Straße aus sind es ein paar Minuten zum Supermarkt an der Schleswiger Chaussee. Dort läuft eine Gruppe Syrer über den Parkplatz. Woher sie kommen? Ein Mann deutet Richtung Camp. Damit endet die Verständigung. Niemand spricht Englisch oder Deutsch. Am Bahnhof sind die Pakistani Faisal Imran, Mohsin Shahzad und Hamza Zafar. Nur Faisal Imran kann sich auf Englisch verständigen. Möglichst schnell will er Deutsch lernen. Seine beiden Freunde nicken. Die drei sind über Ungarn nach Deutschland gekommen, haben Chaos und Willkür am Budapester Bahnhof erlebt. In Rendsburg fühlen sie sich sicher, sagt Faisal Imran. Er habe hier noch niemanden getroffen, der nicht hilfsbereit war. Der Pakistani will mit seinen Freunden zu seinem Bruder nach Frankfurt. Sie wissen nicht, wie sie dorthin kommen. 

Syrer, Afghanen, Pakistani und Menschen vom Balkan und aus Afrika: 670 Flüchtlinge leben im Camp in der Büsumer Straße am Stadtrand von Rendsburg in Containern. Diese Zahl gibt den aktuellen Stand von Mittwochmittag wieder, sagt Susanne Berndt vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten in Neumünster. Das könne sich ständig ändern. Täglich kämen rund 300 neue Asylsuchende in Neumünster an, es sei noch offen, wie sie dann im Land verteilt werden, wie viele Menschen nach Rendsburg weiter reisen. Zurzeit könne das Camp 700 Flüchtlinge aufnehmen. Es solle nach und nach auf 800 Plätze aufgestockt werden. 

Hin und wieder sind Gruppen auch in der Innenstadt unterwegs. Ab und zu kommen Flüchtlinge in sein Modehaus in der Fußgängerzone, sagt Axel Bornhöft. „Es sind freundliche Leute.“ Zwischen Jeans und Sweatshirts „schauen sie sich im Laden um und sind interessiert“. Bornhöft: Dann gehen sie wieder, wenn sie feststellen, dass sie zu wenig Geld haben, sagt Bornhöft. Der Geschäftsmann sieht die Fremden gerne in der Innenstadt. Das trage zur Belebung bei. Indirekt verdient Buchhändler Benjamin Vohs am Schiffbrückenplatz sogar an den Flüchtlingen. Zuzeit verkaufe er ungewöhnlich viele Arabisch-Wörterbücher.

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