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Bahn beseitigt ewiges Nadelöhr

Rendsburg Bahn beseitigt ewiges Nadelöhr

Auf der Rendsburger Eisenbahnhochbrücke herrscht wieder freie Fahrt in beide Richtungen. Die Deutsche Bahn hat das östliche Gleis kurz vor dem Start des neuen Fahrplans wieder in Betrieb genommen. Mehr als 20 Jahre lang war es gesperrt. Am Kanaltunnel in Rendsburg kommt es dagegen wieder zu einer Sperrung.

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Auf der Rendsburger Eisenbahnhochbrücke werden künftig beide Gleise befahren.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Ein Nadelöhr auf der wichtigen Jütlandroute der Bahn zwischen Deutschland und Skandinavien hat ein Ende. Durch die Freigabe des zweiten Gleises auf der Rendsburger Eisenbahnhochbrücke können sich Züge erstmals seit 1992 wieder auf der Brücke begegnen und der eingleisige Verkehr, der in den vergangenen Jahren oft zu Wartezeiten und Verspätungen geführt hatte, ist beendet. Täglich mussten Personen- und Güterzüge vor der 2,5 Kilometer langen Brücke stoppen und den Gegenverkehr abwarten. Schon seit Mitte der 1980er-Jahre war der Begegnungsverkehr auf dem Rendsburger Wahrzeichen eingeschränkt. Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen sein.

Die Bahn hat die Brückenkonstruktion unterhalb des Gleises inzwischen mit schweren Stahlträgern verstärkt. Dadurch trägt sie jetzt deutlich längere und schwerere Güterzüge. Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis sagte, dass die Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt, welches parallel die Pfeiler im unteren Bereich der Brücke saniert hat, gut gelaufen sei, und kündigte an, dass die Brücke bis 2016 weiter verstärkt werden soll. Welches Volumen diese Arbeiten haben, will die Bahn im Januar bekannt geben.

Trotz der Arbeiten bleibt die Tragfähigkeit der Stahlkonstruktion eingeschränkt. Denn Güterzüge dürfen sich auch weiterhin nicht auf der Brücke begegnen. Wichtig ist die Freigabe des zweiten Gleises jedoch für den Regionalverkehr. Ab dem 5. Januar werden sich mit der Inbetriebnahme neuer Bahnhaltepunkte zwischen Rendsburg und Kiel planmäßig Personenzüge auf der Brücke kreuzen.

Viel Bewegung durch neuen Fahrplan

Seit Sonntag gilt der neue Fahrplan der Deutschen Bahn. Ab Kiel gibt es jetzt stündlich zwei Verbindungen nach Hamburg. Zwischen Flensburg und Hamburg rollen die Züge der DB Regio künftig im Stundentakt. Zudem wurde Bahnhaltepunkt Kronshagen auf der Strecke Kiel - Eckernförde wieder in Betrieb genommen, weitere fünf Stationen zwischen Kiel und Rendsburg sollen Anfang Januar folgen. Auf den Linien Itzehoe - Hamburg und Wrist - Hamburg fährt die Nordbahn ab sofort stündlich mit neuen Fahrzeugen und bis zu 40 Prozent mehr Sitzplätzen vor allem zu den Pendlerzeiten. Dies sei gerade während des mehrjährigen Ausbaus A7 eine große Entlastung, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Er rief die Autofahrer auf, das neue Angebot zu testen.

Kanaltunnel wird für vier Stunden gesperrt

An einer anderen Stelle wird es dagegen eng: Der Kanaltunnel in Rendsburg wird in der Nacht von Montag auf Dienstag, 16. Dezember, für vier Stunden komplett gesperrt. Die Maßnahme soll von 1 Uhr bis 5 Uhr früh dauern. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) teilte mit, dass die Notfallbeleuchtung gewartet werden muss. Außerdem sollen die Betonwände, die als Absicherung zwischen Fahrbahn und Baustelle stehen, zum Teil entfernt werden. Das sei nötig, damit bei starkem Schneefall der Schnee von der Fahrbahn geschoben werden kann. Durch Lücken in der Betonwand würde der Schnee auf die Baustelle entsorgt werden, so dass die Fahrbahn weiterhin frei bleibe, erläuterte ein WSA-Mitarbeiter. Ausweichstrecken für die Dauer der Arbeiten sind die Rader Hochbrücke und die Kanalfähren. Den Termin habe das WSA auf die Nacht gelegt, damit es möglichst wenig Probleme für den regulären Verkehr gebe. Von Malte Kühl

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH