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Gutenberg Bibel-Fragment im Museum

Rendsburg Gutenberg Bibel-Fragment im Museum

Die Ausstellung des Fragments der Gutenberg-Bibel im Historischen Museum in Rendsburg läuft schleppender als erwartet. Die Gästezahl ist nur um zehn Prozent angestiegen. Von der Bibel gibt es weltweit nur noch 47 Exemplare. Das Fragment wurde im Archiv des Kirchenkreises entdeckt.

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An einer Leine im Historischen Museum hängen zwölf reproduzierte Seiten des Gutenberg-Bibel-Fragments.

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Rendsburg. Die Gutenberg-Bibel, von der es weltweit noch 47 Exemplare gibt, ist eines der bedeutendsten und am besten gesicherten Bücher der Welt. In den Museen im Kulturzentrum Rendsburg ist ein Fragment dieses Meisterstücks von Johannes Gutenberg, dem Erfinder des modernen Buchdrucks mit Metalllettern, so gut wie sonst kein anderes Kunstwerk durch Spezialglas vor Dieben geschützt. Die Rarität aus der Zeit um 1450 herum können Besucher noch bis Dienstag, 8. November, bewundern.

 Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Museen hat Martin Westphal das Fragment für acht Wochen von der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf in Schleswig ausgeliehen. „Wir wollen den Besuchern etwas Besonderes bieten“, sagt der Museumsleiter. Das Interesse sei aber bei weitem nicht so groß wie vor 16 Jahren, als das Fragment innerhalb von zwei Monaten zu einem Ansturm von annähernd 5000 Besuchern aus ganz Norddeutschland geführt hat.

 Etwa 7000 bis 8000 Besucher kämen jährlich in die Museen. Seit Beginn der Ausstellung verzeichne die Kultureinrichtung eine Steigerung der Gästezahl um etwa zehn Prozent. „Es könnte besser laufen, aber wir sind zufrieden. Es kommen jetzt noch Interessenten aus der Region Rendsburg, die wir mit der Sonderausstellung auch nur beworben haben“, erläutert Westphal. Es seien hauptsächlich Besucher ab 60 Jahren und Schulklassen aus allen Schularten.

 Das Fragment der Gutenberg-Bibel wurde 1997 im Archiv des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde entdeckt. 129 beidseitig bedruckte Blätter wurden von einer Restauratorin in Hamburg aufwändig wiederhergestellt. Sie habe auch die restlichen 220 Blätter der Gutenberg-Bibel ergänzt. Zwei ausdrucksstarke Seiten hat Westphal für die Präsentation in der Vitrine ausgewählt. „Darauf sind die Farben Schwarz, Blau und Rot verwendet. Die Hauptanfangsbuchstaben in schwarzer Schrift sind rot hinterlegt.“ In unmittelbarer Nähe des Bibeldrucks kann sich der Besucher an einer Leine sechs beidseitig bedruckte Blätter anschauen.

 Im Mittelpunkt des Interesses stünde die Frage nach der Bedeutung von Gutenberg. „Gutenberg ist der Auftakt für die Medienrevolution. Ohne ihn gebe es keinen PC, kein Internet, kein Handy“, ist die Antwort von Westphal. Gutenberg habe den Handsatz erfunden und je nach Wunsch der Auftraggeber die Bibel in unterschiedlicher Gestaltung, bebildert oder nüchtern, gedruckt. Ein Videofilm ergänzt die Informationen.

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