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Hilferuf der Volkshochschule Rendsburg

Kurse für Flüchtlinge Hilferuf der Volkshochschule Rendsburg

Die Volkshochschule in Rendsburg stößt an ihre Grenzen. 450 Flüchtlinge besuchen zurzeit Deutschkurse bei der VHS am Paradeplatz, 100 mehr als vor einem Jahr. Die Räume reichen nicht mehr. Es gibt zu wenige Berater. Die VHS muss Hilfe suchende Flüchtlinge wieder nach Hause schicken.

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Wieder muss Tobias Aust Flüchtlinge nach Hause schicken, weil zu viele zu seiner Sprach-Beratung gekommen sind.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Es ist 10 Uhr an diesem Freitag, und der Flur vor dem Büro von Tobias Aust füllt sich. Aust muss  Flüchtlinge nach Hause schicken, weil mehr gekommen sind als er beraten kann. Also stellt er sich auf einen kleinen Tisch und sortiert die Menschen, die vor ihm stehen. Aust hilft als einer von fünf Beratern bei der Rendsburger Volkshochschule Flüchtlingen, den richtigen Deutschkursus unter vier Schwierigkeitsgraden auszuwählen.

"Die Zahl ist explodiert"

Immer wieder müssen seine Berater Flüchtlinge nach Hause schicken, sagt VHS-Leiter Rainer Nordmann. "Das kann nicht sein. Die Menschen warten schon so lange auf die Kurse." Die Zahl der Ratsuchenden "ist in den letzten Monaten explodiert". Erst nach der Beratung können sich Afghanen, Eritreer, Iraker, Jemeniten, Somalier und Syrer in die VHS-Deutschkurse eintragen. Die Lehrgänge dauern bis zu eineinhalb Jahre, sagt Nordmann. Er brauche mehr Berater und "spätestens im Februar" zusätzliche Räume.

"Die Not ist real"

Nordmanns Hilferuf richtet sich an die klamme Stadt Rendsburg und den Kreis. Anlass sind die Haushaltsberatungen fürs nächste Jahr. Stadt und Kreis stünden in der Verantwortung. Deutschkurse für Flüchtlinge "sind ein Stück kommunale Daseinsvorsorge". Er wolle jetzt "alle Register ziehen", auch Spenden einwerben. Und: "Notfalls stelle ich mich auch zusätzlich mit der Sammelbüchse in die Fußgängerzone. Die Not ist real."

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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