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Historisches Museum Rolle rückwärts?

Der Kulturausschuss in Rendsburg hat die seit Jahren geforderte Modernisierung des Historischen Museums auf die im Herbst startenden Etatberatungen verschoben. Ein Konzept von Museumschef Martin Westphal hat er nur „zur Kenntnis genommen“. Die CDU hält ein ehrenamtlich geführtes Haus für möglich.

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Ein Stadtmodell mit dem Bereich rund um die Marienkirche im Rendsburger Museum.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Seit 1994 leitet der Historiker Westphal das Historische Museum hauptamtlich im Kulturzentrum Hohes Arsenal. Davor war es ein ehrenamtlich geführtes Heimatmuseum im Historischen Rathaus am Altstädter Markt. Die CDU habe „erheblichen Diskussionsbedarf“, sagte ihr Vertreter Manfred Schuckart am Mittwochabend im Kulturausschuss. Das vor zwei Jahren ausgestellte Zertifikat des Museumsverbandes hält der Politiker für weniger wichtig. „Zertifizierung ist so eine Sache“, relativierte der Politiker das Prädikat.

Westphal dagegen will seinem Museen im Hohen Arsenal am Paradeplatz ein Facelift verpassen und rechnet mit Gesamtkosten von rund 345000 Euro, verteilt auf drei Jahre ab 2017. Er liegt damit deutlich unter einer ersten Prognose vom Februar, als er mit 400000 bis 500000 Euro rechnete.

In den Mittelpunkt will er die Garnisonsgeschichte und die Kanalgeschichte der Stadt stellen. Besonders die Militärhistorie fristet derzeit ein Schattendasein in der Dauerausstellung. Dabei hat Westphal in seinem Fundus eine große Sammlung an Uniformen, Orden, Gasmasken, Kanonenkugeln, Klappspaten und Feldtaschen.

Der Historiker argumentiert, ohne eine Modernisierung stehe das im November 2014 für fünf Jahre ausgestellte Zertifikat des Museumsverbandes Schleswig-Holstein und Hamburg auf dem Spiel. Und: Andere Museen wie das Kieler Schifffahrtsmuseum, das Eisenkunstgussmuseum in Büdelsdorf oder das Freilichtmuseum in Molfsee seien beziehungsweise würden modernisiert.

Das Historische Museum in Rendsburg dagegen sei noch auf dem Stand seiner Eröffnung im Jahr 1991, „also in seinen Präsentationen veraltet“.

Seit Jahren stagnierten die Besucherzahlen „trotz qualitativ hochwertiger Sonderausstellungen“. Die geringen Besucherzahlen und den damit verbundenen hohen Subventionsbedarf aus dem Haushalt der Stadt Rendsburg hatte zuletzt der Landesrechnungshof kritisiert.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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